Wenn der Sommer sich gemächlich dem Herbst entgegen neigt, dann beginnt in der Pfalz die Zeit der Keschde, wie die Pfälzer die Frucht des Kastanienbaumes nennen. Die Tradition der Kastanie begann schon mit den Römern, die darum wussten, dass das milde Klima der Pfalz die Pflanze gut gedeihen lässt. Doch nicht nur die Römer, auch König Ludwig I. von Bayern schätzte die Kastanie. So ließ er rund um seine Sommerresidenz Villa Ludwigshöhe über 10.000 Bäume der „keuschen Frucht“ pflanzen. Heute ist daraus der größte Kastanienwald Deutschlands geworden.

(Ess-)Kastanie, Marone oder Keschde?

"Keschde" - das ist der pfälzische Ausdruck für die Esskastanie. Die Römer brachten die Baumart zusammen mit dem Wein in die Region. Dank ihnen bietet die alljährliche Kastanien-Saison heute nicht nur eine Vielzahl an Spezialitäten aus der Frucht des Baumes, damit einher gehen auch farbenfrohe Wälder, erlesene Weine und zahlreiche Veranstaltungen mit besonderen kulinarischen Genüssen rund um die Keschde. Heute prägen Kastanienbäume vor allem den Haardtrand, wie der Streifen zwischen Weinbergen und Pfälzerwald genannt wird. Die Baumart gilt als klimatolerant, wärmeliebend und anpassungsfähig – so könnte ihr in Zeiten des Klimawandels eine immer wichtigere Rolle im Wald zukommen. Darüber hinaus sind Edelkastanien auch wertvolle Lebensräume, ihre Blüten beispielsweise sind eine wichtige Nahrungsquelle für Bienenvölker. Zudem wird das widerstandsfähige Holz für Rebpfähle, in der Möbelherstellung und als Lawinenverbauung im Bergwald verwendet.

Wann ist die beste Zeit um Esskastanien zu sammeln?

Im Oktober fallen die reifen Keschde wie Manna von den Bäumen, die stacheligen Hüllen platzen auf und viele Einheimische und Besucher zieht es nun an den Haardtrand, um Keschde zu sammeln. Und die besten Plätze zum Esskastanien Sammeln? Die findet ihr unteranderem entlang des Pfälzer Keschdeweges.