Wenn der Sommer sich gemächlich dem Herbst entgegen neigt, dann beginnt in der Pfalz die Zeit der Keschde, wie die Pfälzer die Frucht des Kastanienbaumes nennen. Die Tradition der Kastanie begann schon mit den Römern, die darum wussten, dass das milde Klima der Pfalz die Pflanze gut gedeihen lässt. Doch nicht nur die Römer, auch König Ludwig I. von Bayern schätzte die Kastanie. So ließ er rund um seine Sommerresidenz Villa Ludwigshöhe über 10.000 Bäume der „keuschen Frucht“ pflanzen. Heute ist daraus der größte Kastanienwald Deutschlands geworden.
(Ess-)Kastanie, Marone oder Keschde?
"Keschde" - das ist der pfälzische Ausdruck für die Esskastanie. Die Römer brachten die Baumart zusammen mit dem Wein in die Region. Dank ihnen bietet die alljährliche Kastanien-Saison heute nicht nur eine Vielzahl an Spezialitäten aus der Frucht des Baumes, damit einher gehen auch farbenfrohe Wälder, erlesene Weine und zahlreiche Veranstaltungen mit besonderen kulinarischen Genüssen rund um die Keschde. Heute prägen Kastanienbäume vor allem den Haardtrand, wie der Streifen zwischen Weinbergen und Pfälzerwald genannt wird. Die Baumart gilt als klimatolerant, wärmeliebend und anpassungsfähig – so könnte ihr in Zeiten des Klimawandels eine immer wichtigere Rolle im Wald zukommen. Darüber hinaus sind Edelkastanien auch wertvolle Lebensräume, ihre Blüten beispielsweise sind eine wichtige Nahrungsquelle für Bienenvölker. Zudem wird das widerstandsfähige Holz für Rebpfähle, in der Möbelherstellung und als Lawinenverbauung im Bergwald verwendet.
Wie bereitet man Esskastanien richtig zu?
Die einfachsten Arten um Pälzer Keschde zuzubereiten sind:
- im Backofen rösten
- im Topf kochen.
Die Keschde etwa eine halbe Stunde bis Stunde in kaltes Wasser legen. Zur Vorbereitung zum Rösten die Keschde weiter auf der flachen Seite oder am Bauch kreuzförmig mit einem scharfen Messer einritzen. Das ist wichtig, damit die Keschde durch die Hitze im Bachofen nicht aufplatzen.
Den Backofen anschließend auf 180°Grad Ober- und Unterhitze einstellen und die Keschde ca. 20 - 25 Minuten rösten.
Die Zubereitung in einem Kochtopf verläuft ähnlich. Nach dem Einritzen die Keschde in einen Topf mit kochendem Salzwasser geben und ca. 15 bis 20 Minuten kochen lassen. Das kochende Wasser abgießen, die Keschde kalt abschrecken und direkt schälen, dann lassen sich Schale und Haut am besten entfernen.
Pro Person rechnet man mit ca. 200 bis 300 g Keschde. Nach dem Schälen bleiben von 300 g Keschde noch ca. 250 g übrig.
Wann ist die beste Zeit um Esskastanien zu sammeln?
Im Oktober fallen die reifen Keschde wie Manna von den Bäumen, die stacheligen Hüllen platzen auf und viele Einheimische und Besucher zieht es nun an den Haardtrand, um Keschde zu sammeln. Und die besten Plätze zum Esskastanien Sammeln? Die findet ihr unteranderem entlang des Pfälzer Keschdeweges.