Besonders im Herbst, zur Keschdezeit, ist die Pfalz ein wahres Schlaraffenland. Das keschdlich Ding findet sich in allen erdenklichen Darreichungsformen der Kulinarik. So zum Beispiel in Pralinen, Pasteten, Saumägen, Gugelhüpfen, Nudeln, Broten, Bratwürsten und sogar in Honiggläsern: Denn die fleißigen Bienen fliegen total auf die Kastanienblüte. Wer diesen charaktervollen, herben Kastanienhonig mal entdeckt und mit warmem Ziegen käse kombiniert hat, der findet glatt eine Liebe fürs Leben. Stöbert hier durch das Angebot an Kastanien-Spezialitäten und entdeckt vielleicht eine Köstlichkeit als Mitbringsel oder zum direkt Verspeisen.

Edelherb: Kastanienblüten-Honig

Mit dem Wein kam wohl auch die Ess- oder Edelkastanien in die Pfalz. Westlich der Deutschen Weinstraße befinden sich die größten Edelkastanienwälder nördlich der Alpen, aber auch an vielen anderen Orten der Pfalz gedeihen die Bäume mit den stacheligen Früchten. Mit der Blütezeit der Rebstöcke setzt auch die Kastanienblüte ein. Aus dem Nektar der duftenden Blütenstände und aus ihrem Honigtau bereiten Bienen den dunklen Kastanien(blüten)-Honig. Der Kastanienhonig besitzt ein recht kräftiges, edelherbes Aroma, das an die Esskastanie erinnert, eine cremige Konsistenz und einen leicht bitteren Nachgeschmack. Durch einen hohen Fruchtzuckergehalt bleibt er lange Zeit flüssig. Denn die Blütenpollen für den aromatischen Edelkastanienhonig finden die Bienen in größerem Umfang wohl nur in der Pfalz. Kastanienhonig kann für allerlei Verfeinerungen in der Küche eingesetzt werden. Gleiches gilt für die Weinaperitifessige mit Kastanienhonig, die ebenfalls in der Pfalz hergestellt werden.

Keschdehonig
kastanien-honig © dominik_ketz

Zahlreiche Pfälzer Imker führen den Kastanienhonig im Sortiment:

 

 

Kastaniensaumagen

Wenn im Herbst die Keschde reifen, hält die Esskastanie Einzug in die Pfälzer Küche. Eine besonders feine Spezialität ist der Pfälzer Saumagen mit Kastanienfüllung. Die herzhaften Aromen des Saumagens verbinden sich dabei wunderbar mit der leicht süßlich-nussigen Note der Keschde.
Serviert wird die Spezialität mit Rotkraut oder wahlweise Sauerkraut und einem Stück kräftigem Brot – dazu passt natürlich ein guter Pfälzer Wein oder ein herbes Bier.
Während der Pfälzer Keschdewochen vom 1. Oktober bis 15. November 2026 bieten zahlreiche Restaurants in der gesamten Pfalz köstliche Kastaniengerichte an. Auch der Kastaniensaumagen steht dabei vielerorts auf der Speisekarte.

Unter anderem könnt ihr diese feine Pfälzer Spezialität bei folgenden Restaurants genießen:

Kastaniengericht
keschdeessen- © verein_suedliche_weinstrasse_annweiler_am_trifels_e.v_tizie

Herbstlicher Genuss: Kastanienlikör

Keschdelikör
Likör © CC BY Lena Geib Photographie

Ausgedehnte Kastanienbaumbestände prägen am Haardtrand den Übergang der Weinlandschaft zum Pfälzerwald. Wie die Weinreben brauchen auch die Kastanienbäume zum Ausreifen der Früchte einen warmen Herbst. Die Edelkastanie, bereits seit Römerzeiten in der Pfalz heimisch, bereichert nicht nur im Herbst die saisonale Küche, sondern ist auch die Grundlage einer flüssigen Pfälzer Spezialität, des Pfälzer Kastanienlikörs. Mehrere Wochen benötigt der Alkohol, um den Kastanien ihre Inhaltsstoffe zu entziehen. Damit erhält der Likör einen nussigen, reifen, erdigen, an Waldboden erinnernden Geschmack. Da die Kastanien wenig eigene Süße haben, entspricht die hohe Zuckerzugabe in etwa der zugesetzten Menge Alkohol. Der gewünschte Alkoholgehalt von nicht mehr als 25 % vol. wird durch die Zugabe von Wasser reguliert. Wer weniger süße Spirituosen bevorzugt, wird zum Kastaniengeist greifen. Der Likör wird nach der Destillation nur wenig gesüßt und reift im Holzfass. Holzfasslagerung und Kastanien geben den Produkten ihre typische gelb-braune Farbe. Am besten schmecken Kastanienlikör und Kastaniengeist in der kühleren Jahreszeit, beispielsweise zum Dessert.

Verkosten kann man den Kastanienlikör hier: 

 

 

Gebackene Köstlichkeiten aus Kastanien

Die in der Pfalz heimische Kastanie ist weit mehr als eine typische Herbstfrucht - sie ist eine vielseitige Zutat, aus der sich wunderbare Köstlichkeiten aus dem Ofen zaubern lassen.
Ob herzhaft oder süß, klassisch oder kreativ: Aus der vielseitigen Pfälzer Keschde kreieren Bäckereien und Konditoreien in der Region wahre Köstlichkeiten. Daraus entstehen aromatisches Kastanienbrot, saftiger Kastanien-Rotweinkuchen, eine knusprige vegane Maronenkruste, feine Kastanientorten, liebevoll gebackene Kastanientörtchen und vieles mehr.
Dabei verbindet sich der besondere Charakter der Kastanie mit handwerklicher Backkunst zu kleinen und großen Genussmomenten. Mal kräftig und herzhaft, mal zart und süß, immer aber mit dem unverwechselbaren Geschmack des Herbstes.

Entdeckt hier die Vielfalt von gebackenen Kastanien-Köstlichkeiten:

  • Reuther's Backstuben in Landau: Keschde Hannes (Brot) 
  • De Bäcker Becker in Edenkoben und Landau: Kastanienbrot, Kastanienrotweinkuchen, Kastanienstämmchen
  • Joujou Hofladen in Bad Dürkheim: Maronenkruste (vegan und glutenfrei) 
  • Café Conditorei Center in Maikammer: Kastanienkuchen, Kastanientorte, Kastnaienpralinen
  • Bäckerei Stephan in Maikammer: Kastanienbrot, Kastanien-Muffins, Kastanienkuchen, Kastanienrahmkuchen 
  • Hotel Restaurant Pfälzer Hof in Edenkoben: Kastanienbrot 
  • Konditorei Café Bassler in Neustadt: Kastaniensandkuchen, Kastanientorte, Kastanientörtchen
  • Das Neue HERZOG in Bad Bergzabern: Kastanienkuchen, hausgemachtes Kastanienkonfekt
  • WASGAU-Bäckereien in der Pfalz: Kastanienkruste (Brot) 
Keschdebrot
Kastanienbrot © verein_suew_annweiler_landau-land_e.v_dominik_ketz

Wein küsst Kastanie

Weinfass mit zwei Weingläsern
donnersberger_weinforum © CC-BY Donnersberg-Touristik-Verband e.V., Fachenbach Medienagentur

Die Kastanie hat im Weinbau eine Jahrhunderte lange Tradition. Da das Kastanienholz sehr witterungsbeständig ist, fertigten früher die Weinbauern ihre Wingertspfähle aus Kastanienholz. Aber auch Eimer und Bottiche für die Weinlese sowie Weinfässer wurden aus diesem Holz gefertigt. Noch heute geben Holzfässer besonderen Weinen einen einzigartigen Geschmack.
Dort hört die Verbindung zwischen den Kastanien und dem Wein jedoch nicht auf. Ende Juni, wenn die Kastanien voll in Blüte stehen, werden die männlichen Blütenstände, die Kätzchen, von den Bäumen geerntet. Die Blüten werden zu einem Sirup gekocht und mit Gräfenhausener Spätburgunder vereint. Das Ergebnis ist der Pinot Castanea, ein wohlschmeckendes Getränk, welches sich gut als Aperitif eignet.