Wenn es draußen allmählich herbstlicher wird, dann beginnt in der Pfalz die Zeit der Esskastanien -  zu pfälzisch: die Keschde. Schon König Ludwig I. von Bayern schwärmte von der „keuschen Frucht" so sehr, dass er rund um seine Sommerresidenz Villa Ludwigshöhe über 10.000 Kastanienbäume pflanzen ließ und so die Esskastanie in die Pfalz brachte. Heute ist daraus der größte Kastanienwald Deutschlands geworden.

Die Keschde ist in der Pfalz mittlerweile allgegenwärtig, was sich in vielen Veranstaltungen oder geführten Wanderungen zum Thema Kastanie wiederspiegelt. Wegen Corona fallen die großen Keschdemärkte dieses Jahr leider aus, kleinere Veranstaltungen sowie Wandertouren finden jedoch statt. Die Termine dafür finden Sie im Veranstaltungskalender unten.

Ein besonderes Wandererlebnis in der Pfalz ist der rund 64 km lange Keschdeweg, der von Hauenstein über Annweiler, Edenkoben und Maikammer bis Neustadt an der Weinstraße verläuft. Diese Tour ist besonders im Herbst zu empfehlen, wenn die reifen Esskastanien von den Bäumen fallen. Dann werden Gäste und Einheimische zu Keschdesammlern, die in gebückter Haltung entlang der Wanderwege die stacheligen Schalen sammeln. Zum herbstlichen Ausflug am Haardtrand des Pfälzerwaldes gehört natürlich ein Stopp bei einem der zahlreichen Winzer entlang der Weinstraße, um am Abend in gemütlicher Runde die gekochten oder gerösteten „Keschde“ mit einem Glas Neuem Wein zu genießen.

Wer das Sammeln und Zubereiten nicht selbst in die Hand nehmen möchte, der kann sich natürlich auch ganz einfach in den zahlreichen Restaurants, Weinstuben und Cafés mit Kastanienköstlichkeiten aller Art verwöhnen lassen. Wo das möglich ist, sehen Sie in der Kategorie "Kastanientage".