Leinsweiler Musikwochen: „CEMBALO-EXPERIMENTE aus drei Jahrhunderten"
Veranstaltungsort
Martinskirche, Kirchstraße
Veranstaltungs-Adresse
Termine
49.184129060234, 8.0194299272919
Das Cembalo diente Komponisten schon immer als „Vehikel“, um neue Klangwelten zu schaffen. Frescobaldi, Scarlatti und C.P.E. Bach können unter diesem Aspekt tatsächlich in einem Atemzug genannt werden. Ein jeder brachte durch seine Experimentierfreudigkeit Neues hervor: Frescobaldi gelang es, den um 1600 neu aufgekommenen, hochexpressiven Madrigalstil in seinen Toccaten, Capricci, Canzonen auf Cembalo und Orgel zu übertragen. Scarlatti in seinem schier unbegrenzten Fantasiereichtum bereicherte das Cembalospiel in seinen Sonaten mit zum Teil noch nie da gewesener Virtuosität unter Einbezug von portugiesischer und spanischer Folklore. Sprach man in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts vom Kapellmeister Bach, so war nicht Johann Sebastian gemeint, sondern Carl Philipp Emanuel. In ganz Europa bekannt, berühmt und verehrt, prägte er mit dem von ihm so benannten „redenden Prinzip“ der Musik wie kein anderer den neuen „Empfindsamen Stil“, der als völlig eigenständige, nahezu avantgardistische Periode des Übergangs vom Hochbarock zur Wiener Klassik gesehen werden muss. Mit der „Kunst der Fuge“ experimentierte J.S. Bach zu seinem Lebensende nochmals intensiv mit dem „alten“ Kontrapunkt und Polyphonie, beides völlig „unmodern“, fast wie eine Hommage an die Kunst eines Frescobaldi, mit der er von Jugend an vertraut war. Sidney Corbett, Professor für Komposition an der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst Mannheim, ebenfalls ein Verehrer von Frescobaldis Musik, geht das Experiment ein, indem er sein erstes Solostück für Cembalo schreibt, welches an diesem Abend seine Uraufführung erleben wird. Kristian Nyquist lehrt als Dozent an der Hochschule für Musik Karlsruhe sowie weltweit auf Meister – und Kammermusikkursen. Als Solist und Kammermusikpartner konzertiert er international mit einem umfangreichen Repertoire vom 16. bis zum 21. Jahrhundert. Sein persönlicher Interpretationsstil, inspiriert von umfassender Beschäftigung mit historisch informierter Aufführungspraxis, ist mit zahlreichen Einspielungen für diverse Labels belegt. 2013 erhielt er gemeinsam mit dem „Ensemble Villa Musica“ den ECHO Klassik-Preis für die Einspielung der Oboen- und Fagott-Sonaten von François Devienne.
Der Eintritt ist frei – Spenden gehen an die Künstler!