Mit lediglich 214 bis 368 Millimetern Niederschlag verzeichnete die Pfalz den trockensten und mit 22 Tagen über 35 Grad Celsius zugleich den heißesten Jahrgang seit Beginn der Aufzeichnungen. Hitze und Trockenheit beschleunigten die Reife der Trauben erheblich. Bereits am 20. August begann die Hauptweinlese und damit so früh wie nie zuvor.
Trotz der außergewöhnlichen Bedingungen präsentierten sich die Trauben bei der Lese in der gesamten Pfalz in sehr gesundem Zustand. Dazu trugen vor allem die Erfahrung der Winzer:innen und ihre gezielte Arbeit im Weinberg bei.
Bei den Erntemengen zeigt sich ein unterschiedliches Bild. Im Süden der Pfalz sorgten Niederschläge zum richtigen Zeitpunkt für weitgehend normale Erträge. An der Mittelhaardt und im Norden hingegen fiel die Ernte geringer aus. Erste Schätzungen gehen davon aus, dass die Erntemenge insgesamt rund 15 Prozent unter dem Niveau der Vorjahre liegt.
Die ersten Jungweine zeigen sich frisch, aromatisch und elegant. Besonders beim Riesling, der wichtigsten Rebsorte der Pfalz, lassen die gesunden Trauben auf klare, lebendige Weine mit ausgeprägter sortentypischer Aromatik schließen. Auch die Rotweine versprechen interessante Qualitäten. Vor allem der Spätburgunder profitierte von der frühen Reife der Traubenkerne und der höheren Konzentration in den kleineren Beeren. Die ersten Weine zeigen eine feine Säurestruktur und eine intensive, für die Rebsorte typische Aromatik.
Schon jetzt deutet vieles darauf hin, dass der Weinjahrgang 2026 sowohl bei den Alltagsweinen als auch im Spitzensegment überzeugen kann. Wie sich die Weine weiterentwickeln, werden die kommenden Monate im Keller zeigen.