Infotafel 4 - Landwirtschaft

Infotafel 4 - Landwirtschaft

Die Bedeutung der landwirtschalftlichen Nutzung des Waldes und der Waldtäler wird heute stark unterschätzt. Das Waldbauerntum bzw. die Nebenerwerbslandwirtschaft der Waldarbeiterfamilien war eine übliche Erwerbsform.

Auf den sandigen, nährstoffarmen Böden des Pfälzerwaldes wuchsen vorwiegend Kartoffeln, Roggen sowie Weiß- und hier und da auc Dickrüben. In Ermangelung von Stroh wurde Streu in Form von Blättern in die Ställe geschafft. 

Waldweiden waren für gewöhnlich Gemeinbesitz der Dorfbewohner. Während sich die Rinder auf den Sommerweiden von Blättern, Sträuchern und Kräutern ernährten, konnten sich die Schweine im herbstlichen Laubwald Eicheln und Bucheckern satt fressen. 

Um mehr Fläche zu gewinnen, wurden die Hanglagen Ende des 18. Jahrhunderts terrassiert. Die Trockenmauern verhinderten di Erosion der Böden und schufen bestellbare Äcker. Diese teils mächtigen, vielerorten noch sichtbaren Anlagen sind zumeist wieder von Wald überwachsen. 

Zur Bodenverbesserung schleppte man den Dung auf die Hänge. Dies geschah meist auf dem Kopf, mithilfe eines Korbes und des "Traachrings", eines ringförmigen Kissens. Die Arbeit wurde von Frauen ausgeführt, denn ihnen fiel neben den Besorgungen des Hauswesend die Bestellung der Äcker zu. Weitere Hilfsmittel waren die "Rückketz" oder Schubkarren, von deren dauerndem Gebrauch eine Rille im Sandstein der Feldpfade zeugt. 

Mit Be- und Entwässerungssystemen wurde der Ertrag der Wiesen im Tal gesteigert. Im Elmsteiner Tal wurde die Rückenbewässerung angewandt, bei der parallel verlaufende Erdrücken mit Bewässerungsrinnen angelegt wurden. Die Rinnen wurden durch einen rechtwinklig verlaufenden Zuflussgraben mit nährstoffreichem Wasser gespeist. Als Besonderheit im Landschaftsbild sind diese "Buckelwiesen" teilweise heute noch erkennbar.