Freinsheim - Katholische Kirche St. Peter und Paul

Die im klassizistischen Stil errichtete Kirche wurde etwa dreißig Jahre später in der Zeit von 1771 bis 1773 mit finanzieller Unterstützung durch das Stift St. Paul in Worms errichtet. Um diese Wohltat in Ehren zu erhalten, erhielt die Kirche die Schutzpatrone Peter und Paul. Die evangelische Kirche Freinsheims hatte in ihrer katholischen Zeit den Heiligen Petrus (Peter) als Schutzpatron. Er avancierte außerdem zum Beschützer der ganzen Stadt. Untypisch für eine katholische Kirche, für eine jüngere Kirchengründung aber auch nicht auszuschließen, ist die das Gotteshaus „genordet“, sie ist also von Süd nach Nord verlaufend. Ein Supraportenrelief, also eine reliefartige Darstellung oberhalb des Eingangsportals zeigt die Beweinung Christi. Man nimmt an, dass es der Werkstatt von Peter Anton von Verschaffelt entspringt, der bereits meisterliche Werke in der Mannheimer Jesuitenkirche und im Mannheimer Zeughaus Mannheim sowie in der Wallfahrtskirche Oggersheim hinterließ. Besonders hervorzuheben sind die unterschiedlichen Gestaltungsformen. Während der Leichnam Jesu geradezu in körperlicher Gänze hervortritt, werden die anderen Personen um ihn herum je nach Bedeutung bis hin zum Flachrelief dargestellt. Über Umwege gelangte ein barocker Hochaltar des St. Paulus Stift Worms in die mit Mitteln aus ebendieser Pfarrei errichtete Kirche. In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts brach man in der katholischen Kirche in Niederkirchen bei Deidesheim den Hochaltar ab und veräußerte ihn an die katholische Pfarrgemeinde von Freinsheim. Während der Französischen Zeit zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das St. Paulus Stift aufgelöst. So konnte die durch die Franzosen geplünderte Pfarrkirche St. Martin zu Niederkirchen wieder mit sakralem Mobiliar aus Sankt Paul in Worms bestückt werden, zu welchem auch besagter Hochaltar gehörte. Besonders hervorzuheben ist das darin eingebettete Altarblatt des Grünstadter Malers Johann Conrad Seekatz aus der zweiten Hälfte des 18. Jh..