Infotafel 5 - Waldnebenerwerb
Ort
Elmstein
Info-Adresse
49.349120234976, 7.9434587589996
Infotafel 5 - Waldnebenerwerb
Neben Waldarbeitern verdienten Köhler, Harzer, Pottaschsieder, Zapfenpflücker und viele weitere Gewerbe und Nebengewerbe im Wald ihren Lebensunterhalt oder ein Zubrot. Flurnamen wie Kohlbachtal, Harzofen oder Pottaschwieserhang geben Zeugnis von diesen ausgestorbenen Waldberufen.
Sehr wahrscheinlich war Holzkohle in der Pfalz bereits zur Römerzeit ein beliebtes Heizmittel. Zahlzreiche Fundstellen beweisen, dass das Köhlerhandwerk auch in den Wäldern um Elmstein einst von großer wirtschaftlicher Bedeutung war. Mitte des 19. Jahrhunderts gind die Holzköhlerei im Pfälzerwald deodch merklich zurück. Auf Dauer konnte der heimische Brennstoff der Konkurrenz des aus England importierten billigeren und ergiebigeren Kokses nicht standhalten.
Harz war Ausgangsmaterial für die Herstellung verschiedenster Produkte: Gerber nutzten die Teergalle als Quellmittel, Holzteer ging in die chemische und pharmazeutische Fabrikation. Pech wurde in der Schuhmacherei und als Achsenschmiere, Terpentin bei der Herstellung von Farben, Lacken und Salben verwendet. Die großen Kiefernbestände des Pfälzerwaldes eigneten sich hervorragend für die Gewinnung von Harz. Die Methode des Einritzens von Baumstämmen erwies sich auf Dauer als wenig wirtschaftlich. Deshalb spezialisierten sich Harzbrenner darauf, in Harzöfen das begehrte Material aus totem Holz, zumeist aus dem Wurzelholz der Kiefer, auszuschwelen.
Pottasche ist Kaliumcarbonat, K₂CO₃, und war lange Zeit bei der Herstellung von Glas, Seifen, Färbemittel, Dünger sowie Schießpulver unentbehrlich. Als Backtriebmittel findet es sich bis heute im Handel. Ausgangsmaterial für die Gewinnung von Pottasche war verbranntes Holz, vornehmlich Buche. Nach dem Verbrennen wurde die Asche zunächst ausgelaugt und dann in eisernen Pötten - daher der Name - zur Trocknung gesiedet.
Bis heute erhalten geblieben ist die Zapfenpflückerei - dank guter Sicherheitsausrüstung jetzt ungefährlicher, aber nicht weniger kräftezehrend. Bei der Erzeugung zertifizierten Saatguts für die Aufforstung stellt sie den ersten Schritt dar.