Infotafel 6 - Waldarbeit

Infotafel 6 - Waldarbeit

Holz war in der vor- und frühindustriellen Zeit als Ressource unersetzbar. Bevor Steinkohle im grißen Stil abgebaut wurde, waren Holz und Holzkohle die wichtigsten Brennstoffe. Ein Großteil aller Produkte, Betriebs- und Baustoffe bestanden aus Holz oder seinen Derivaten. 

Unter "Forst" verstand man ursprünglich ein Stück Wald, das ausschließlich der Herrschaft vorbehalten war und somit gegenüber den gewöhnlichen Waldflächen eine gesonderte Stellung einnahm. Förster waren zunächst die für diese Waldflächen zuständigen Beamten. Sie waren - wie heute - verantwortlich für die Organisation und Lenkung aller Waldarbeiten. Im Vergleich zu den einfachen Waldarbeitern genossen alle Forstamtsbediensteten hohes soziales Ansehen und eine komfortable bis luxuriöse Lebensweise. 

Die Menschen aus den sozial und wirtschaftlich benachteiligten Arbeiterfamilien hatten hingegen keinen wirklichen Zugang zu dem im Wald erschlossenen Reichtum. Ein Waldarbeiter im Pfälzerwald verdiente im Jahr 1909 an einem 10-Stunden-Tag 1,20 Mark. War der Arbeiter über 21 Jahre alt, verdiente er das Doppelte. Für Akkordarbeit wurde 1 Mark pro Ster Holz gezahlt. Die Kaufkraft gering: 1 Kilo Wurst kostete 1 Mark, ein Paar Schuhe etwa 12 Mark. 

Waldarbeit, die der Holzgewinnung diente, war seit dem 18. Jahrhundert nicht auf die Holzernte, also auf das Fällen und Zurichten der Stämme, beschränkt. Die Rationalisierung der Holzwirtschaft führte dazu, dass auch systematische Durchforstungen und Neupflanzungen bwz. Saaten durchgeführt werden mussten. Aus selbstversorgenden Waldbauern wurden so, nach und nach, im Forst beschäftigte Nebenerwerbsbauern.