Infotafel 3 - Trift

Infotafel 3 - Trift

"Trift" stammt von "treiben" und bezeichnet das Fläßen au fBächen und kleinen Flüssen. Die getrifeteten Stämmen waren nicht länger als 1,75 m.

Um Fließgewässer besser für den Transport zu nutzen, wurden die Ufer vieler Bäche im Pfälzerwald zuerst mit Holz und ab Anfang des 19. Jahrhunderts mit Sandstein ausgekleidet. Diese Triftkanäle waren Teil eines verzweigten Wasserwegenetzes, auf dem Holz über weite Strecken transportiert wurde, unter anderem auf dem Speyerbach bis zu seiner Mündung in den Rhein und von dort weiter stromabwärts. 

Viele Waldarbeiter waren auch hoch qualifizierte Maurer, die neben Wegen und Stützmauern auch Triftkanäle und Klausen herstellten und instand hielten. 

Für die Trift war eine Mindestwassertiefe von 40 cm erforderlich. Deshalb legte man Wasserspeicher, sogenannte Klausen oder Wooge an, die bei Bedarf abgelassen werden konnten. Der kurzzeitig erhöhte Wasserstand machte die Trift möglich. Um zu verhindern, dass sich das Holz verkeilte, hielten "Triftknechte" mit langen Trifthaken die Stämme vom Rand der Kanäle fern. Die liefen teilweise über die gesamte Strecke des Holztransports mit. 

Der Holztrift in Richtung Speyer und Frankenthal kam eine wirtschaftlich wichtige Funktion zu, da das Gebiet der heutigen Vorderpfalz fast waldlos war. Die regionalen Holzhändler hielten durch Absprachen den Holzpreis künstlich hoch, wodurch sich die bayrische Verwaltung 1817 gezwungen sah, Lagerung und Transport staatlich zu organisieren. Dies führte sofot zu einer deutlichen Preissenkung für den Brennstoff. 

Die Bahnstrecke der Pfälzer Ludwigsbahn schloss seit Mitte des 19. Jahrhunderts Lambrecht an die Rheinebene an. Je besser Straße und Schiene ausgebaut wurden, desto weniger wurde getriftet. 1902 wurde die letzte Trift im Elmsteiner Tal durchgeführt. Einen Großteil des Holztransports übernahm im Jahr 1909 die Elmsteiner Talbahn (heute "Kuckucksbähnel").