Starker Austausch für nachhaltigen Tourismus
Nachhaltigkeit lohnt sich – für Betriebe, für die Region und für die Gäste. Genau darum drehte sich am 12. Februar der 4. Tourismustag Pfalz in Kandel: Tourismustreibende, Partnerbetriebe und Expertinnen und Experten aus der gesamten Pfalz diskutierten, wie nachhaltige Konzepte in der Praxis umgesetzt werden können und gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich sind. Die zentrale Botschaft der Veranstaltung: Wer den Tourismus nachhaltig denkt, schafft Qualität, stärkt die Wirtschaft vor Ort und begeistert Gäste, die sich bewusste Erholung wünschen.
Harmonie zwischen Ort, Infrastruktur und Menschen
Stadtbürgermeister Michael Gaudier machte deutlich, dass der Erfolg des Tourismus dort beginnt, wo Ort, Infrastruktur und Menschen harmonieren. Nur wenn sich Gäste wohlfühlen, kommen sie wieder. Verbandsbürgermeister Mike Schönlaub betonte die Bedeutung des Treffens für die gesamte Branche: „Die Pfalz lebt vom Austausch, von Offenheit und neuen Ideen. In unserer Verbandsgemeinde zeigen wir, wie Nachhaltigkeit praktisch umgesetzt wird – mit gut ausgeschilderten Wander- und Radwegen durch den Bienenwald und einer optimalen Anbindung an den ÖPNV. Wir freuen uns sehr, die Touristiker und Touristikerinnen und Akteure aus der gesamten Pfalz bei uns in Kandel begrüßen zu dürfen.“
Landrat von Bad Dürkheim Hans-Ulrich Ihlenfeld, 1. Vorsitzender der Pfalz Touristik, unterstrich die strategische Rolle der Pfalz Touristik als Koordinatorin: „Gemeinsam entwickeln wir Maßnahmen, die lokal umgesetzt werden. Teamwork ist entscheidend, denn Tourismus ist heute nicht nur ein Wirtschaftsfaktor, sondern auch ein Beitrag zu Wohlbefinden und positiven Erlebnissen. Nachhaltigkeit schafft ein gutes Gefühl – bei Gästen und bei Betrieben gleichermaßen.“
Keynote: Nachhaltigkeit im Tourismus
Prof. Dr. Bernd Eisenstein vom Deutschen Institut für Tourismusforschung stellte die Frage: „Tourismus nachhaltig denken – muss das noch sein?“ Sein klares Fazit: ein eindeutiges Ja. Auch wenn Nachhaltigkeitsmüdigkeit oder Überforderung allgegenwärtig sind, bleibt das Thema entscheidend: Wer sich als Region von anderen abheben möchte, muss Nachhaltigkeit konsequent mitdenken. Gäste legen Wert darauf, gleichzeitig ist Naturerlebnis das zentrale Urlaubsmotiv. Das bedeutet aber, dass Tourismus direkt von einer intakten Natur abhängt – und von der Verantwortung gegenüber Einheimischen, die die Region – und damit auch das positive Erlebnis der Gäste - prägen.
Orientierung für die Zukunft
Tobias Kauf, Geschäftsführer des Pfalz Touristik e.V. und Elena Schmidt von der dwif Consulting GmbH präsentierten das neue Leitbild der Pfalz Touristik. Es entstand gemeinsam mit Tourismustreibenden und dient als strategischer Leitfaden für Touristbüros und Betriebe. Ziel ist es, Maßnahmen und Angebote noch stärker zielgruppenorientiert zu entwickeln, die Region als innovative, nachhaltige Destination zu stärken und Orientierung in einer komplexen Zukunft zu geben.
Podiumsdiskussion: Nachhaltigkeit erleben
In der Podiumsdiskussion „Von der Idee zur Umsetzung – Nachhaltigkeit im Tourismus erleben“ tauschten sich die Teilnehmende aus verschiedenen Destinationen über praktische Ansätze aus:
Jana Kolodzie (Karlsruhe Tourismus GmbH) berichtete, dass Nachhaltigkeit dort fest in der Agenda verankert ist und viele Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung bereits umgesetzt werden.
René Skiba (Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald) stellte die Erfahrungen des Nördlichen Schwarzwaldes vor, wo nachhaltige Strategien und Mobilitätslösungen das touristische Angebot stärken.
Christina Abele (Verein Südliche Weinstraße Annweiler am Trifels e.V.) berichtete, wie Region und lokale Akteure gemeinsam an nachhaltigen Angeboten arbeiten.
Thomas Langhauser (Hotel und Restaurant Gutshof Ziegelhütte) teilte Praxiserfahrungen aus einem Betrieb, in dem Nachhaltigkeit bereits gelebt und erfahrbar gemacht wird.
Ute Meinhard (Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland‑Pfalz) betonte, dass nachhaltiger Tourismus ein Qualitätsmerkmal sei, von dem auch die Wirtschaft stark profitiere.
Die Diskussion zeigte: Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur Umweltschutz, sondern umfasst auch soziale Verantwortung, Mobilität und authentische Gästeerlebnisse – und sie kann ein klarer Wettbewerbsvorteil sein.
Praxisnahe Sessions am Nachmittag
Am Nachmittag vertieften die Teilnehmer und Teilnehmerinnen die Themen in drei praxisnahen Sessions:
Mobilität in der Pfalz – Bus & Bahn
Mathilde Meissenburg (Verkehrsverbund Rhein-Neckar GmbH) und Nadine Schubert (Pfalz Touristik e.V.) präsentierten nachhaltige Mobilitätsprojekte und diskutierten Chancen und Herausforderungen für die Region.
Storytelling, das wirkt
Elena Schmidt zeigte, wie Nachhaltigkeit an Gäste und Mitarbeitende vermittelt werden kann – entlang der Customer Journey und im Arbeitsalltag. Beispiele und ein Persona-Ansatz halfen, die Konzepte direkt in die Praxis zu übertragen.
Wie nachhaltig ist mein Betrieb?
Katharina Horvath (Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH) stellte den neuen Online-Nachhaltigkeitscheck vor. Das Tool ermöglicht Betrieben einen einfachen Einstieg in das Thema und unterstützt gezielt die Weiterentwicklung.
Fazit: Nachhaltiger Tourismus als Chance für die Pfalz
Die Impulse des Tourismustages sollen im laufenden Jahr weiterentwickelt werden, um den Austausch zwischen Tourismustreibenden und Betrieben zu stärken. Klar wurde: Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Trend, sondern ein Qualitätsmerkmal, das Gästen Freude bereitet, Betrieben Orientierung bietet und die Region langfristig stärkt. Wer den Tourismus in der Pfalz nachhaltig gestaltet, investiert in die Zukunft der Branche – und in das Wohlbefinden der Gäste.