Veranstaltung

Lesung "Nenn mich noch einmal Jochanaan"

„Mutter! Sie haben mich getauft! Zwangs-getauft!“. Der dreizehnjährige Christoph schreit in Worms im Jahre 1348 seine Not heraus. Warum aber „zwangsgetauft“ und wer ist die Mutter dieses jungen Mannes, der auch Jochanaan genannt wird, zumindest in seiner jüdischen Familie, der des Talmudschreibers Abraham; der aber tatsäch- lich Christoph heißt, katholisch ist und als Säugling vertauscht wurde?    Verdrehte Wahrheiten, eine Welt, die aus den Fugen geraten ist, scheinbar gültige Sicherheiten zerbrochen. Eine Erzählung von Jugend, religiöser Identität, Leben im Mittelalter, Hass und Ausgrenzung und Strukturen, die sich scheinbar nicht verändern – bis heute.

Ein Jugendroman zwar, aber ein Roman, der es verdient, in Schulen gelesen zu werden, um dem immer weiter sich ausbreitenden Antisemitismus schon frühzeitig einen Gegenpol zu setzen – mit Empathie, Wissen wollen um den anderen, den scheinbar anderen, den Mitmenschen.Gudrun Reinboth integriert in der spannenden Geschichte folgende Themen: Jüdisches Leben im Mittelalter, Jüdische Feste und Bräuche, Thora, das Verhältnis zwischen Juden und Christen damals und heute, Antijudaismus früher – Antisemitismus heute, die Pestepidemie im Mittelalter, Recht auf Bildung, Mythen und Sagen, Bürgerrechte und Schutzbriefe, die SchuM-Städte. Dem Anhang des Buches ist ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen angefügt. 

Eintritt frei!