Wo die Pfalz mit Hüttenzauber lockt

Das Schönste am Wald ist die Wiese, heißt es. Das Schönste am Pfälzerwald, so muss man ergänzen, sind die Hütten. Schließlich ist die Hütte für den Waldwanderer ähnlich verlockend wie die Weinstube für den Weinbergs-Spaziergänger – ein Ort der Erbauung und Besinnung, an welchem Leib und Seele zusammenfinden. Das lieben die Pfälzer, und so haben sie für sich und ihre Gäste ein Netz von Einkehrmöglichkeiten geschaffen, so engmaschig, dass ein Vorsatz dahinter stecken muss, wenn einer im Pfälzerwald wandert ohne zu rasten. Rund 150 gastfreundliche Wanderhütten liegen im größten zusammenhängenden Waldgebiet Deutschlands. Allein 103 von ihnen unterhält der mehr als 100 Jahre alte Pfälzerwald-Verein (der bei 31.000 Mitgliedern in 235 Ortsgruppen auch eine gewisse Besucherfrequenz garantiert), 25 der Touristenverein «Die Naturfreunde« und weitere 25 werden von anderen Vereinen bewirtschaftet.

Da ist es kein Wunder, dass sich in den vergangenen Jahrzehnten bei diesem dichtesten Wanderwege- und Hüttennetz Deutschlands 
ein regelrechter «Hüttentourismus« entwickelt hat. In 17 romantischen Wanderhütten des Pfälzerwald-Vereins und in 20 idyllisch gelegenen Häusern der Naturfreunde kann man preiswert übernachten - meist einsam mitten im Wald wie zum Beispiel  im «Hüttenbrunnen« im Edenkobener Tal, im Kohlbachtal bei Lambrecht, im Bethof bei Vorderweidenthal, im Pferchtal bei Wachenheim oder im Wanderheim «Dicke Eiche« bei Hauenstein.

Die Pfälzer «Hüttenkost« ist in der Regel einfach, deftig und preiswert: In fast allen Wanderhütten wird die kulinarische «Pfälzer Dreifaltigkeit« aus Leberknödel, Saumagen und Bratwurst angeboten - dazu Pfälzer Handkäse, Hausmacher Wurst und selbstgebackener Kuchen. Aber manche Hütten haben auch für Liebhaber feiner Küche einiges zu bieten - wie der Rahnenhof bei Hertlingshausen oder das Cramerhaus bei Lindelbrunn mit internationalen Köstlichkeiten. Und natürlich gehört auch hier ein Schoppen Pfälzer Wein zur fröhlichen Einkehr.