Veranstaltung

Valentinian I. und die Pfalz in der Spätantike

Am 19. Juni 369 weilte der römische Kaiser Valentinian I. in Altrip, um den Bau einer neuen Befestigungsanlage zu überwachen. Es war nicht der erste Besuch des Kaisers in der Region. Ganz im Gegenteil: Kein anderer römischer Herrscher hielt sich öfter in der Pfalz auf als Valentinian I.! Er residierte in Trier und initiierte ein umfangreiches Befestigungsprogramm zur Sicherung der Rheingrenze.

Das Historische Museum der Pfalz widmet dem römischen Kaiser erstmals eine archäologische Ausstellung, die den Lebensweg dieses außergewöhnlichen und der Allgemeinheit wenig bekannten Herrschers beleuchtet und sein bedeutendes Wirken für die Region in den Mittelpunkt stellt.

Mehr als 30 einzigartige Fundkomplexe, darunter wertvolle Grabausstattungen, umfangreiche Hortfunde, kostbare Glasgefäße und herausragende Einzelstucke geben einen Einblick in die wechselvolle Zeit des 4. und 5. Jahrhunderts, die oft als Zeitalter der Dekadenz und des Verfalls beschrieben wird. Die in der Ausstellung erstmalig präsentierten aktuellen Forschungsresultate und Grabungsergebnisse ergeben ein komplexeres Bild: Die Pfalz war eine dicht besiedelte Landschaft mit zahlreichen größeren und kleineren Städten, befestigten Siedlungen und landwirtschaftlichen Betrieben, die eindrucksvollen Villen ähnelten. Zahlreiche hier präsentierte Zeichnungen lassen den Besucher darüber hinaus in das alltägliche Leben zur Zeit der Spätantike eintauchen.

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Direktion Landesarchäologie, Außenstelle Speyer und dem Heidelberg Center for Cultural Heritage der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.


Das Historische Museum der Pfalz hat dienstags bis sonntags und feiertags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.