Ein prickelndes Vergnügen: Pfälzer Winzersekt

Vorsicht beim Öffnen der Sektflasche!
Sektfontäne

Sommer, Sonne und ... Sekt.  In der Pfalz jedenfalls gehört der prickelnde Stimmungsmacher zum Sommervergnügen wie Grillabende und Gartenfeste. Das haben auch die Weinbaubetriebe und Winzergenossenschaften entlang der Deutschen Weinstraße längst erkannt und bieten ihren Kunden individuell erzeugten, erlesenen Winzersekt an. Das Kontrastprogramm zu den bekannten Handelsmarken begeistert immer mehr Sektliebhaber und hat in der Pfalz erkleckliche Ausmaße erreicht:

Riesling als Grundwein

Zumeist steckt Riesling dahinter, wenn Pfälzer Sekt auf der Zunge prickelt. Denn die meisten Pfälzer Winzersekte werden aus nur einer Rebsorte hergestellt, und dabei ist der Riesling der erklärte Favorit. Daneben greifen die Sektmacher gern zum Weißburgunder als Grundwein, bei roten Sekten steht der Spätburgunder an erster Stelle. Sekte aus der roten Trendsorte Dornfelder gibt es auch, sie sind aber eher selten. Die Auswahl der Grundweine entscheidet über die Qualität des Sektes: Weine aus frischem, gesundem Lesegut mit gut strukturierter Säure sorgen für ein harmonisches Geschmacksbild der Schaumweine aus der Pfalz.

Weiße Sekte dominieren

Wer gerne trocken trinkt, liegt bei Pfälzer Winzersekt meist richtig. Denn die meisten der pfälzischen Sekte sind »brut« oder »extra brut«, haben also keine oder nur wenig Süße. Der Rest wird überwiegend in milderen Geschmacksrichtungen angeboten, das Gros davon »trocken« oder »extra trocken«. Auch die Modefarbe auf dem Pfälzer Sektmarkt steht fest: Weiße Sekte dominieren (80 Prozent der heimischen Winzersekt-Produktion). Wer mit Rotsekt anstößt, fällt aus dem Rahmen. Doch egal, ob rot oder weiß – etwas Besonderes sind Pfälzer Winzersekte in jedem Fall.

Meist neun Monate Hefelager

Die vom Erzeuger komplett selbst hergestellten Winzersekte werden fast ausnahmslos nach der klassischen Flaschengärung erzeugt. Dieses Verfahren, bei dem der Grundwein in der Originalflasche bleibt, dauert mindestens zwölf Monate. Davon muß der Sekt mindestens neun Monate »auf der Hefe liegen«, um bei der zweiten Gärung möglichst viele Aroma- und Geschmacksstoffe aufzunehmen. Danach werden die Flaschen über einen Monat lang täglich auf speziellen Rüttelpulten von Hand gedreht und mit dem Flaschenhals nach unten stufenweise immer steiler gestellt.

Kopfstand für die Qualität

Der Hefetrub gleitet bei diesem Kopfstand für die Qualität allmählich hinunter auf den Korken. Zum Degorgieren wird die Flasche schließlich kurz geöffnet, und der Druck der Kohlensäure schleudert den zuvor im Kältebad tiefgefrorenen Hefepfropf heraus. Der nunmehr »fertige« Sekt wird neu verkorkt, eventuell noch eine Dosage aus der gleichen Rebsorte hinzugegeben - und fertig ist das prickelnde Vergnügen.