LEO-Weinlexikon

  • ABC-Trinker, der:

    Hinter diesem Begriff verbirgt sich kein Vitaminmixgetränk, sondern die englische Abkürzung: „Anything but Chardonnay“. Ein Weinkonsument der von sich behauptet, er sei ein ABC-Trinker, will damit sagen: „Ich trinke alles, aber keinen Chardonnay!“. Aufgekommen ist der Slogan in den USA während der weit verbreiteten Chardonnay-Mode der frühen 1990er-Jahre. Die Abneigung gegenüber der Rebsorte Chardonnay war hauptsächlich in der Tatsache begründet, dass ein Großteil des Chardonnay zu jener Zeit üppig und alkoholreich war. Vor allem in Kalifornien wurden vollreife Trauben dieser Rebsorte geerntet. Im Barrique ausgebaut wurden sie sich zu Alkoholbomben, die jegliche Frische und Eleganz vermissen ließen. Dabei ist Chardonnay ganz anders. Die aus dem französischen Burgund stammende Rebsorte gehört nach neuster wissenschaftlicher Definition zur Gruppe der Burgundersorten.
  • Abgang, der:

    Meist wird beim Abgang eines Weines vorwiegend auf dessen Dauer oder Länge, die Persistenz, wie es unter Weinkennern heißt, geachtet. Dieser angenehme Geschmackseindruck im Mund und Rachen nach dem Schlucken gilt als untrügliches Qualitätsmerkmal. Große ausgereifte Weine klingen in ihrer Vielschichtigkeit am Gaumen sekunden-, manchmal auch minutenlang nach. Bei jüngeren Weinen kann der Abgang noch etwas kurz wirken. Man unterscheidet zwischen aromatischem (fruchtig, süß, sauer etc.) und strukturellem (ölig, pelzig etc.) Abgang. Für die Dauer des Abgangs gibt es sogar eine eigene Einheit, deren Wert mittels einer Stoppuhr erfasst wird. Dabei entspricht die Einheit „caudalie“ (französisch) einer Sekunde. Der Sinn dieser Zeitangabe ist jedoch umstritten. Denn die Wahrnehmung der Länge des Geschmackseindrucks ist so subjektiv wie es die qualitativen Geschmackseindrücke ohnehin schon sind.
  • Abstich, der:

    Der Abstich ist das Umfüllen eines Weines von einem Behälter in einen anderen unter gleichzeitiger Abtrennung des „Trubes“. Trub nennt man die sich bei der Klärung des Weines und des Mostes am Fassboden absetzenden festen Bestandteile. Der Trub besteht hauptsächlich aus Hefe, Weinkristallen, Eiweiß, Fruchtfleischteilchen sowie Farbstoffen und ist, je nachdem ob es sich um einen Weißwein oder einen Rotwein handelt, gelblich braun oder rotbraun gefärbt. Lässt man den Wein zu lange auf der Hefe stehen, können geruchliche und geschmackliche Veränderungen auftreten. Darum ist möglichst bald nach Ende der Gärung der „erste Abstich“ durchzuführen. Unter dem „ersten“ Abstich versteht man das Abziehen des Weines von dem bei der Gärung entstandenen verderblichen Hefelager, welches sich auf dem Boden des Gärbehälters abgesetzt hat.
  • Acolon, der:

    Der Acolon ist eine der neueren deutschen roten Rebsorten und wurde 1971 von der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg (Württemberg) aus den Rebsorten Lemberger (Blaufränkisch) und Dornfelder gezüchtet. Die erfolgreiche Züchtung kam erst zu Beginn dieses Jahrhunderts mit etwa 100 Hektar an 500 Standorten in den Versuchsanbau. Den Sortenschutz, der bereits 1996 beantragt wurde, erhielt die Rebsorte zusammen mit der Zulassung 2002 durch das Bundessortenamt. Der Acolon wird vorwiegend in Württemberg, Rheinhessen, der Pfalz und in Franken angebaut. In den deutschen Anbaugebieten sind aktuell etwa 460 Hektar der Rebfläche mit Acolon bestockt. Mit ihrer Züchtung ist die Rebsorte ideal auf die deutschen Anbaubedingungen angepasst und hat somit einige Vorteile gegenüber anderen traditionellen und weltweit angebauten Rebsorten. Ein Anbau wird auf Lagen empfohlen, in denen auch Spätburgunder und Schwarzriesling gut gedeihen.
  • Adstringierend:

    Adstringierend ist ein Begriff, mit dem sich bei einer Weinprobe Zuhörer leicht beeindrucken lassen. Doch nicht nur das: Mit diesem Wort lässt sich ein Mundgefühl beschreiben, für das oftmals sonst die Worte. Mit Augen Zukneifen und Schmatzen wird dem Gegenüber dann versucht klar zu machen, was man meint. Adstringierend stammt von dem lateinischen Wort adstringere, was zusammenziehen bedeutet. So wirkt zum Beispiel der Alaunstift, mit dem sich kleine Blutungen stoppen lassen – er zieht das Gewebe der Haut wieder zusammen. Wie fühlt es sich an, wenn sich der Mund zusammenzieht? Wie die meisten anderen Gefühle, ist auch dieses nicht leicht zu erklären. Vergleichbar ist es mit einem Biss auf eine Bananenschale oder eine Schlehe: Dabei wird der Mund plötzlich ganz trocken und fühlt sich pelzig an.
  • Agraffe, die:

    Der Begriff benennt eine Verschlusskappe aus Draht oder Metallstreifen, die den Korken auf der Sektflasche festhält. Die Agraffe wird mit Spezialmaschinen angefertigt und aufgesetzt. Um das Einschnüren oder Durchscheuern des Korkens durch den Draht zu verhindern, werden auf den oberen Teil des Korkens kleine runde Blechstücke (auch Capsule, Champagner-Deckel genannt) gelegt. Sie tragen oft das Firmenzeichen des Herstellers. Aufgrund des hohen Innendrucks (rund 5 bar) in den Sektflaschen müssen Sektkorken anders konzipiert sein als Korken für Wein. Um die Gasdichtigkeit zu garantieren und um zu verhindern, dass der Korken nach Lösen der Agraffe sofort aus der Flasche katapultiert wird, haben Sektkorken einen wesentlich stärkeren Durchmesser als Weinkorken. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die konische Form. Für die Agraffe (französisch agrafe: Haken) gibt es noch mehrere andere Bezeichnungen: Sie wird auch Vierdrahtverschluss, Drahtkörbchen oder Muselet genannt.
  • Ahr, die

    Mit rund 550 Hektar Rebfläche gehört das Anbaugebiet Ahr nicht wortwörtlich zu den Großen, beweist jedoch, dass es darauf nicht ankommt. Unverzichtbar sind die einzigartigen Weine für das gesamte deutsche Weinland. Entlang des Flusses Ahr, welcher dem Gebiet seinen Namen gibt, werden mehr als 85 Prozent Rotwein-Rebsorten angebaut. Wichtigste Rebsorte ist mit fast 60 Prozent der Gesamtfläche der Spätburgunder. In den steilen Hanglagen stehen die Reben auf Schieferböden, in den unteren Lagen in Flussnähe überwiegen die Lössböden. Kaum zu glauben aber wahr: Im mitunter nördlichsten Weinanbaugebiet Deutschlands herrschen mediterrane klimatische Verhältnisse! Am Tage steht die Luft in den steilen Weinbergen, sodass sich die Felsen, Terrassen und Mauern aufheizen, um diese Wärme in der Nacht an die Rebstöcke wieder abzugeben; die steilen Hänge sorgen für optimale Sonneneinstrahlung. Verwöhnung pur!
  • Alte Reben:

    Ein Begriff, der hin und wieder auf dem Etikett einer Weinflasche zu lesen ist, ist „Alte Reben“. Aber was bedeutet er? Die Angabe hat keine weinrechtliche Bedeutung und gibt leider kein allgemein gültiges Mindestalter der Reben an. Unter Winzern sagt man, dass Weinreben, die älter als 30 Jahre sind, als „alt“ bezeichnet werden. Das heißt, dass die Wüchsigkeit und der Ertrag von Trauben nachlassen und spätestens nach 50 Jahren unwirtschaftlich sind. Jedoch darf man diese Anlagen nicht unterschätzen, denn alte Reben stehen für hohe Qualität und haben dichte, extraktreiche und komplexe Aromen. Das Wurzelwerk einer alten Rebe wird über die Jahre tiefer und weit verzweigt. Somit können teilweise mehr Mineralstoffe an die wenigen Trauben weitergegeben werden. Der alte Rebstock ist gegen Wetterschwankungen besser geschützt als ein junger Rebstock. Trockenheit oder starke Regenfälle schädigen nicht allzu schnell, da die Wurzeln in konstanten Tiefen der Erde verästelt sind.
  • Altern, das:

    Die Alterungsfähigkeit des Weines birgt eine Faszination in sich! Bereits in der Antike beschäftigte die Menschen dieses einzigartige Phänomen. Kein anderes Lebensmittel war in der Lage, über Jahrzehnte hinweg immer erstaunlichere geschmackliche Qualitäten zu entwickeln. Man vermutete schon, es müsste sich um übernatürliche Kräfte handeln, welche diese Naturerscheinung hervorrufen kann. So wurden dem Wein sogar eigene Gottheiten gewidmet. Bei den Griechen war es Dionysos und bei den Römern Bacchus, die des Weines willen größte Verehrung fanden! Als religiös könnte man manchmal auch das Verhältnis von Weinsammlern zu ihren alten Gewächsen beschreiben. In klimatisierten Kellern gelagert, werden diese mit Respekt und großem Zeremoniell behandelt. Auf Versteigerungen erzielen solche Altweine Erlöse von bis zu mehreren tausend Euro pro Flasche. Einer Studie zufolge werden jedoch die bekanntesten Sammlerstücke zu 70 Prozent nie verkostet!
  • Ampelographie, die:

    Hat man das Glück, einmal Griechisch gelernt zu haben, dann erkennt man leicht, was sich hinter dem Begriff Ampelographie verbirgt. Ampelos bedeutet nämlich Weinstock und unter Ampelographie versteht man das Beschreiben des Weinstockes. Die Wissenschaft der Ampelographie beschäftigt sich in erster Linie mit dem Erkennen und Unterscheiden von Rebsorten, denn jede Sorte hat ihre eigenen typischen Merkmale. Unterschieden werden sie anhand ihres Aussehens. Die Blattbehaarung an den Triebspitzen, die Form der Blätter, Farbe der Triebe, Aussehen der Trauben und noch vieles mehr kann sich von Sorte zu Sorte unterscheiden, natürlich nicht immer auf den ersten Blick, das ist klar. Die Burgundersorten zum Beispiel sehen ohne Trauben absolut gleich aus und erst dann, wenn sich die Trauben entwickeln, unterscheiden sie sich voneinander. Anders der Schwarzriesling. Er ist zwar auch eine Mutation des Spätburgunders, man erkennt ihn aber auf den ersten Blick.
  • Amphore, die:

    Der am weitesten verbreitete Behälter für Wein war in der Antike die Amphore. Dabei handelt es sich um ein Tongefäß mit zwei Henkeln. Das untere Ende lief manchmal spitz zu oder hatte die Form eines Knaufs, in keinem Fall aber war es flach. Ihre Größe war unterschiedlich: Griechische Amphoren fassten etwa vierzig Liter, römische ungefähr 26 Liter. Das Wort Amphore ist griechisch und besagt, dass das Gefäß dazu gedacht war, von zwei Männern getragen zu werden. Eine einwandfrei versiegelte Amphore war ebenso luftdicht wie eine Flasche und so hielt sich in ihr ein guter Wein über sehr lange Zeit hinweg in bestem Zustand. Ohne die Amphore wäre der antiken Welt die Herrlichkeit eines reifen Weines sicher verborgen geblieben. Für die Archäologie hat die Amphore einzigartigen Wert, weil sie die Rekonstruktion der alten Handelswege ermöglicht.
  • Amselfelder, der:

    Der Amselfelder ist ein bekannter Markenwein aus dem Kosovo, der bereits in den 60er und 70er Jahren stark in Mode kam. Zu dieser Zeit waren süße Weißweine angesagt, ein rotes Pendant gab es leider nicht. Die Firma Racke aus Bingen suchte ein Gebiet, in dem ein lieblicher Rotwein in stets gleicher Qualität angebaut werden konnte. Fündig wurde man schließlich im Kosovo, wo die Klima- und Bodenverhältnisse stimmten und der Wein recht günstig angebaut werden konnte. Mit mehr als 300 Sonnentagen pro Jahr können die Trauben sehr gut reifen und die Aromen des Terroirs zur Geltung bringen. Der Name dieser Rebsorte ist auf das Amselfeld (namensgebende Landschaft des Kosovo) zurückzuführen, auf dem im Juni des Jahres 1389 das Heer des serbischen Fürsten gegen die Streitkraft der Osmanen kämpfte. Diesen Krieg verloren zwar die Serben, jedoch akzeptieren diese bis heute nicht die Unabhängigkeit des Kosovos.
  • Anbaustopp, der:

    Der Anbaustopp ist ein Gesetz, das nach EU-Recht jede Neuanpflanzung von Reben untersagt. Die Ausweitung von Rebflächen ist durch die 1976 verfasste Verordnung verboten worden, um Überproduktionen zu vermeiden. Das bedeutet, dass durch das Verbot keine Reben außerhalb der bestehenden Gebiete und sogar innerhalb der Gebiete keine „spontanen“ Neuanpflanzungen erlaubt sind. Sollte der Anbau von Reben jedoch zum Eigenverzehr sein und somit höchstens eine Fläche von einem Ar einnehmen, so gilt dies als Hobbyanbau und kann auch ohne Genehmigung getätigt werden. Die Kommission der EU kann jedoch auch Ausnahmen gestatten, wenn die Nachfrage in einem der Mitgliedsstaaten die Erzeugung wegen der qualitativen Merkmale weit überschreitet.
  • Anreicherung, die:

    Die Anreicherung ist ein EU-genormter Begriff und bezeichnet die Anhebung des Mostgewichtes durch Zusatz von Zucker zur höheren Alkoholausbeute. Nicht in jedem Jahr erreichen die Trauben den Zuckergehalt, aus dem die Hefe bei der alkoholischen Gärung den für die Weinqualität notwendigen Alkohol erzeugen kann. Selbst wenn im Weinberg die geeigneten Rebsorten angebaut wurden, kann bei ungünstiger Witterung das Mostgewicht für einen ausgewogenen Wein zu gering sein. Die Vergärung von Most aus solchen Jahrgängen würde nur „kleine“, unreife Weine mit zu wenig Alkohol und zuviel Säure hervor bringen. Deshalb dürfen in der Pfalz Weintrauben, Traubenmost oder Jungweine aufgebessert werden, wenn sie sich nicht zum „selbstständigen Mosten“ eignen.
  • AP-Nummer, die:

    Die amtliche Prüfnummer ist 1970 von der EG-Weinmarktorganisation eingeführt worden. Wenn ein Winzer zum Beispiel einen QbA-Wein (Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete) verkaufen möchte, dann muss dieser laut Weingesetz drei Probeflaschen mit dem Untersuchungsbericht eines Weinlabors sowie einem Prüfantrag beim zuständigen Weinbauamt zur Analysen- und Sinnenprüfung einreichen. Die Erteilung der AP-Nummer setzt voraus, dass die verwendeten Trauben ausschließlich von empfohlenen und zugelassenen Rebsorten stammen, die dann auch nur in einem einzigen Anbaugebiet gewachsen sind. Der Wein muss das festgesetzte Ausgangsmostgewicht aufweisen und in Aussehen, Geruch sowie im Geschmack fehlerfrei sein. Dann muss nur noch die geforderte Mindestpunktzahl bei der Prüfung erreicht werden.
  • Aromarad, das:

    Der erste Eindruck beim Weingenuss wird mit dem Geruchssinn erfasst. Eine Vielzahl von Aromen streichelt dem Konsumenten die Nase. Und dann diese immer wiederkehrenden quälenden Fragen: „Um welche Aromen handelt es sich? An was erinnert es mich? Woher kenne ich diesen Geruch?“ Ein aufregendes Gefühl, es liegt einem buchstäblich auf der Zunge, die Gedanken überschlagen sich, aber der absolut passende Begriff zu den erhaschten Gerüchen bleibt aus… An dieser Stelle kann das Aromarad helfen. Das erste Weinaromarad wurde in den 1980er Jahren an der University of California in Davis entwickelt. Zahlreiche Weinbauländer und Anbaugebiete haben das kalifornische Aromarad zum Vorbild für eigene, auf das aromatische Spektrum ihrer Weine abgestimmte Darstellungen genommen. Ebenso das für deutsche Weiß- und Rotweine. Es wurde von Dr. Ulrich Fischer in Zusammenarbeit mit dem Bund deutscher Oenologen entwickelt.
  • Aromatischer Schaumwein:

    Eigentlich heißt er aromatischer Qualitätsschaumwein oder Aromatischer Qualitätsschaumwein b. A.. Das sind Varianten des eher bekannten Schaumweins und Schaumweins b.A. - meist einfach Schaumwein oder Sekt genannt. Tatsächlich haben diese Getränke unterschiedliche Richtlinien, nach denen sie produziert werden. Auch wenn sie sich in den Grundlagen trotzdem ähnlich sind. Der wohl wichtigste Unterschied sind die Sorten. Für aromatischen Schaumwein dürfen ausschließlich aromatische Sorten verwendet werden. Darunter fallen unter anderem Gewürztraminer, Huxelrebe, Scheurebe, Müller-Thurgau und die verschieden Muskatrebsorten. Die Gärung des aromatischen Schaumweins, bei der sich die Kohlensäure bildet, wird zum gewünschten Zeitpunkt unterbrochen indem er beispielsweise so weit gekühlt wird, dass die Hefen nicht mehr arbeiten und absterben.
  • Assemblage, die:

    Der Begriff stammt aus dem Französischen und bedeutet übersetzt: Zusammenfügen, Vereinigen. Eine Assemblage ist eine kunstvolle Zusammenstellung (Verschnitt) von Weinen verschiedener Rebsorten und Jahrgänge. Vielen ist das Ergebnis einer Assemblage auch als Cuvée bekannt. An der Entwicklung des Verfahrens soll der Benediktinermönch Dom Pierre Pérignon, der von 1638 bis 1715 lebte, maßgeblichen Anteil gehabt haben. Es ist eine Kunst, welche früher streng geheim gehalten wurde. Das Prinzip der Assemblage: Die Trauben werden nach Sorten getrennt gelesen und der Most gesondert vinifiziert. Entsprechend werden die Weine in verschiedenen Tanks oder Holzfässern getrennt ausgebaut. Der Kellermeister entnimmt danach jedem Fass eine Flasche und vermischt die einzelnen Weine mit Hilfe von Messbechern im richtigen Verhältnis. Danach verkosten mehrere Personen diese Mischung. Schmeckt sie nicht, werden neue Mischungen versucht, bis das optimale Ergebnis gefunden ist.
  • Auslese, die:

    Als Auslese wird in Deutschland und Österreich eine Prädikatsweinstufe bezeichnet, die nur in sehr guten Jahren aus vollreifem, oftmals „edelfaulem“ und ausgesuchtem Traubengut gewonnen wird. Nach Kabinett und Spätlese ist die Auslese die dritte Stufe des deutschen Prädikatssystems. Als Auslese bezeichnet man sowohl den Reifegrad der Trauben und ihren Zuckergehalt zum Zeitpunkt der Lese, als auch den daraus gewonnen Wein. Auslesen eignen sich als Spitzenweine für eine lange Lagerung, und sie gewinnen mit jedem Reifungsjahr an Geschmacksausdruck. Die Weine fallen meist edelsüß aus und bestechen durch ein körperreiches beziehungsweise nachhaltiges Geschmacksbild. An eine Auslese werden strenge gesetzliche Anforderungen gestellt. So muss das Mostgewicht mit Ausnahme der Rebsorte Riesling mindestens 100° Oechsle betragen und in einigen Bundesländern müssen beispielweise die Trauben mit Edelfäulebefall selektiv mit der Hand gelesen und unreife Beeren aussortiert werden.