LEO-Weinlexikon

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Das LEO-Weinlexikon gibt es auch als Buch. Mehr Infos zu beiden Bänden und Bestellmöglichkeit unter www.rheinpfalz.de/shop.

  • ABC-Trinker, der:

    Hinter diesem Begriff verbirgt sich kein Vitaminmixgetränk, sondern die englische Abkürzung: „Anything but Chardonnay“. Ein Weinkonsument der von sich behauptet, er sei ein ABC-Trinker, will damit sagen: „Ich trinke alles, aber keinen Chardonnay!“. Aufgekommen ist der Slogan in den USA während der weit verbreiteten Chardonnay-Mode der frühen 1990er-Jahre.
  • Abgang, der:

    Meist wird beim Abgang eines Weines vorwiegend auf dessen Dauer oder Länge, die Persistenz, wie es unter Weinkennern heißt, geachtet. Dieser angenehme Geschmackseindruck im Mund und Rachen nach dem Schlucken gilt als untrügliches Qualitätsmerkmal. Große ausgereifte Weine klingen in ihrer Vielschichtigkeit am Gaumen sekunden-, manchmal auch minutenlang nach.
  • Abstich, der:

    Der Abstich ist das Umfüllen eines Weines von einem Behälter in einen anderen unter gleichzeitiger Abtrennung des „Trubes“. Trub nennt man die sich bei der Klärung des Weines und des Mostes am Fassboden absetzenden festen Bestandteile.
  • Acolon, der:

    Der Acolon ist eine der neueren deutschen roten Rebsorten und wurde 1971 von der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg (Württemberg) aus den Rebsorten Lemberger (Blaufränkisch) und Dornfelder gezüchtet. Die erfolgreiche Züchtung kam erst zu Beginn dieses Jahrhunderts mit etwa 100 Hektar an 500 Standorten in den Versuchsanbau.
  • Adstringierend:

    Adstringierend ist ein Begriff, mit dem sich bei einer Weinprobe Zuhörer leicht beeindrucken lassen. Doch nicht nur das: Mit diesem Wort lässt sich ein Mundgefühl beschreiben, für das oftmals sonst die Worte. Mit Augen Zukneifen und Schmatzen wird dem Gegenüber dann versucht klar zu machen, was man meint. Adstringierend stammt von dem lateinischen Wort adstringere, was zusammenziehen bedeutet.
  • Agraffe, die:

    Der Begriff benennt eine Verschlusskappe aus Draht oder Metallstreifen, die den Korken auf der Sektflasche festhält. Die Agraffe wird mit Spezialmaschinen angefertigt und aufgesetzt. Um das Einschnüren oder Durchscheuern des Korkens durch den Draht zu verhindern, werden auf den oberen Teil des Korkens kleine runde Blechstücke (auch Capsule, Champagner-Deckel genannt) gelegt.
  • Ahr, die

    Mit rund 550 Hektar Rebfläche gehört das Anbaugebiet Ahr nicht wortwörtlich zu den Großen, beweist jedoch, dass es darauf nicht ankommt. Unverzichtbar sind die einzigartigen Weine für das gesamte deutsche Weinland. Entlang des Flusses Ahr, welcher dem Gebiet seinen Namen gibt, werden mehr als 85 Prozent Rotwein-Rebsorten angebaut.
  • Alte Reben:

    Ein Begriff, der hin und wieder auf dem Etikett einer Weinflasche zu lesen ist, ist „Alte Reben“. Aber was bedeutet er? Die Angabe hat keine weinrechtliche Bedeutung und gibt leider kein allgemein gültiges Mindestalter der Reben an. Unter Winzern sagt man, dass Weinreben, die älter als 30 Jahre sind, als „alt“ bezeichnet werden.
  • Altern, das:

    Die Alterungsfähigkeit des Weines birgt eine Faszination in sich! Bereits in der Antike beschäftigte die Menschen dieses einzigartige Phänomen. Kein anderes Lebensmittel war in der Lage, über Jahrzehnte hinweg immer erstaunlichere geschmackliche Qualitäten zu entwickeln. Man vermutete schon, es müsste sich um übernatürliche Kräfte handeln, welche diese Naturerscheinung hervorrufen kann.
  • Ampelographie, die:

    Hat man das Glück, einmal Griechisch gelernt zu haben, dann erkennt man leicht, was sich hinter dem Begriff Ampelographie verbirgt. Ampelos bedeutet nämlich Weinstock und unter Ampelographie versteht man das Beschreiben des Weinstockes.
  • Amphore, die:

    Der am weitesten verbreitete Behälter für Wein war in der Antike die Amphore. Dabei handelt es sich um ein Tongefäß mit zwei Henkeln. Das untere Ende lief manchmal spitz zu oder hatte die Form eines Knaufs, in keinem Fall aber war es flach.
  • Amselfelder, der:

    Der Amselfelder ist ein bekannter Markenwein aus dem Kosovo, der bereits in den 60er und 70er Jahren stark in Mode kam. Zu dieser Zeit waren süße Weißweine angesagt, ein rotes Pendant gab es leider nicht. Die Firma Racke aus Bingen suchte ein Gebiet, in dem ein lieblicher Rotwein in stets gleicher Qualität angebaut werden konnte. Fündig wurde man schließlich im Kosovo, wo die Klima- und Bodenverhältnisse stimmten und der Wein recht günstig angebaut werden konnte. Mit mehr als 300 Sonnentagen pro Jahr können die Trauben sehr gut reifen und die Aromen des Terroirs zur Geltung bringen. Der Name dieser Rebsorte ist auf das Amselfeld (namensgebende Landschaft des Kosovo) zurückzuführen, auf dem im Juni des Jahres 1389 das Heer des serbischen Fürsten gegen die Streitkraft der Osmanen kämpfte. Diesen Krieg verloren zwar die Serben, jedoch akzeptieren diese bis heute nicht die Unabhängigkeit des Kosovos.
  • Anbaustopp, der:

    Der Anbaustopp ist ein Gesetz, das nach EU-Recht jede Neuanpflanzung von Reben untersagt. Die Ausweitung von Rebflächen ist durch die 1976 verfasste Verordnung verboten worden, um Überproduktionen zu vermeiden. Das bedeutet, dass durch das Verbot keine Reben außerhalb der bestehenden Gebiete und sogar innerhalb der Gebiete keine „spontanen“ Neuanpflanzungen erlaubt sind.
  • Anreicherung, die:

    Die Anreicherung ist ein EU-genormter Begriff und bezeichnet die Anhebung des Mostgewichtes durch Zusatz von Zucker zur höheren Alkoholausbeute. Nicht in jedem Jahr erreichen die Trauben den Zuckergehalt, aus dem die Hefe bei der alkoholischen Gärung den für die Weinqualität notwendigen Alkohol erzeugen kann.
  • AP-Nummer, die:

    Die amtliche Prüfnummer ist 1970 von der EG-Weinmarktorganisation eingeführt worden.
  • Aromarad, das:

    Der erste Eindruck beim Weingenuss wird mit dem Geruchssinn erfasst. Eine Vielzahl von Aromen streichelt dem Konsumenten die Nase. Und dann diese immer wiederkehrenden quälenden Fragen: „Um welche Aromen handelt es sich? An was erinnert es mich?
  • Aromatischer Schaumwein:

    Eigentlich heißt er aromatischer Qualitätsschaumwein oder Aromatischer Qualitätsschaumwein b. A.. Das sind Varianten des eher bekannten Schaumweins und Schaumweins b.A. - meist einfach Schaumwein oder Sekt genannt. Tatsächlich haben diese Getränke unterschiedliche Richtlinien, nach denen sie produziert werden.
  • Assemblage, die:

    Der Begriff stammt aus dem Französischen und bedeutet übersetzt: Zusammenfügen, Vereinigen. Eine Assemblage ist eine kunstvolle Zusammenstellung (Verschnitt) von Weinen verschiedener Rebsorten und Jahrgänge.
  • Auslese, die:

    Als Auslese wird in Deutschland und Österreich eine Prädikatsweinstufe bezeichnet, die nur in sehr guten Jahren aus vollreifem, oftmals „edelfaulem“ und ausgesuchtem Traubengut gewonnen wird.
  • Autochthone Rebsorten, die:

    Autochthone („bodenständige“, „eingeborene“, „alteingesessene“) Rebsorten sind nicht gleich alte Reben sondern gebietsheimische Rebsorten, die im jeweiligen Weinanbaugebiet ansässig sind und nicht aus einer anderen Region „importiert“ wurden, das heißt, in Australien etwa gibt es diese Rebsorten nicht, denn alle dortigen Reben wurden von Einwandern mitgebracht. In Europa hat unser Kulturgut Wei