Mehr als ein bloßer Standort-Faktor: Terroir

Über kaum einen anderen Begriff wurde in der Weinwelt in den letzten Jahren mehr diskutiert. Für die einen beinhaltet Terroir alle möglichen »Standort-Faktoren« von Hangneigung über Niederschlagsmenge und durchschnittlicher Tages- und Nachttemperatur bis hin zur Wasserversorgung und der Bodenart, auf der die Rebe wächst. Für die anderen sind das aber nicht alle Faktoren, sie zählen noch die weinbaulichen und kellerwirtschaftlichen Einflüsse des Winzers hinzu.

Vom Klima bis zum Keller
In einer Untersuchung des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum Pfalz wurde folgende Definition des Terroirs publiziert: »Terroir ist die in einem Wein erfassbare sensorische Dimension der Wechselwirkung zwischen der Rebe, der Beschaffenheit von Ausgangsgestein und Boden, der Topographie und dem regionalen Klima sowie dem Menschen und seinen weinbaulichen und kellerwirtschaftlichen Eingriffen.«

Von Buntsandstein bis Basalt
Wer unter Terroir – fälschlicherweise – nur Boden versteht, hat in der Pfalz die Qual der Wahl: Während Bundsandstein bei Riesling die mineralischen, grünen Aromen betont und eine spitze Säure hervorbringt, sind es bei Basalt Honig/Karamell, Pfirsich und eine runde Säure. Beim Rotliegenden lässt sich Honigmelone herausschmecken und die Kräuternuancen kommen deutlicher zur Geltung.