Wohin die Pfälzer Rosenkavaliere gehen

Die edelste unter den Blumen, die ihre Schönheit in der Gemeinschaft und als Solitärpflanze entfaltet, können ihre Bewunderer in Zweibrücken huldigen, wo es einen der größten und schönsten Rosengärten Europas gibt. Er erstreckt sich auf fünf Hektar unweit des vom schwedischen Architekten Jonas Erikson Sundahl 1720 errichteten Schlosses, das den historischen Mittelpunkt der ehemaligen Herzogstadt bildet. 1914 wurde dieser auf Initiative der Bürger angelegte Park feierlich eröffnet. Sein Ursprung findet sich allerdings im barocken Schlossgarten, der – erstaunlich fortschrittlich – schon 1738 für die Allgemeinheit zugänglich war.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts schuf man mit der Hauptbepflanzung durch Rosen, deren über 2.000 Sorten mit mehr als 60.000 Stöcken an Vielfalt nichts zu wünschen übrig lassen, eine Einmaligkeit in Deutschland. Bäume, Hecken und Sträucher runden den Gesamtcharakter ab. Ein zweieinhalb Kilometer langer Rosenweg verbindet »Europas Rosengarten« mit einem lebendigen Rosenmuseum: Im Naherholungsgebiet Fasanerie, auf dem Gelände des ehemaligen Lustschlosses Tschifflik, das sich der vertriebene Polenkönig Stanislaus Leszczynski 1717/18 erbauen ließ, erblühen im zwei Hektar großen Wildrosengarten die Vorfahren der modernen Rosenzüchtungen. In wild-romantischer Kulisse geben sich hier Wild-, Park- und Strauchrosen in rund 900 Sorten die Ehre und verströmen in der Hauptblütezeit ihren betörenden Duft. Viele der Rosensorten aus aller Welt sind weder im Fachhandel noch in Rosenbaumschulen erhältlich.

Neben der Rosenstadt Zweibrücken gibt es nur wenige Kilometer entfernt auch noch das Rosendorf Schmitshausen. Vor den Häusern und in den Gärten und Anlagen des kleinen Ortes, der zu den schönsten in Deutschland zählt, blühen Tausende von Rosen. Jährlich im Sommer wird die edle Blume mit einem Rosenfest geehrt.

Übrigens ist Zweibrücken nicht nur die Stadt der Rosen, sondern auch der Rosse. Vor genau 250 Jahren, nämlich 1755, wurde unter Herzog Christian IV. das Landgestüt gegründet, in dem die Zweibrücker Rasse gezüchtet wurde. In ihr haben Araber-, Trakehner- und Hannoveraner-Hengste ihre Spuren hinterlassen. So gilt der Zweibrücker heute aufgrund seiner schwungvoll-elastischen Bewegungen, seines Temperaments und Charakters als gutes und edles Reitpferd.