Wie die Pfalz die Welt ins Rollen bringt
Mobilität ist gefragt, gerade bei den Fans der Fußball-WM. Sie fahren mit dem Fahrrad zum Bahnhof und besteigen die S-Bahn zum nächsten Spiel, vom Bahnhof bringt sie ein Bus ins Stadion. Ganz normal? Sicher, aber nur weil alle diese Verkehrsmittel von Wissenschaftspionieren erfunden wurden – und heute noch in der Pfalz produziert werden. Etwa bei Daimler-Chrysler im pfälzischen Wörth, wo Lastwagen vom Band laufen oder in Kaiserslautern, wo Opel Personenwagen montiert. Die Pfälzer Automobil-Geschichte wäre indes unvollständig ohne "Borg-Warner" (das Unternehmen produziert in Kirchheimbolanden Turbolader und betreibt dort ihr Entwicklungszentrum mit umfangreichen Test- und Prüfanlagen), ohne "Tenneco automotive- Gillet" in Edenkoben, den Weltmarktführer bei der Entwicklung von Rußpartikel-Filtern und "Keiper-Recaro", die in Kaiserslautern und Rockenhausen für einen guten Sitzkomfort in Fahrzeugen sorgen. Und wer den Bogen weiter bis zur Kurpfalz spannt, der kann sogar Mercedes-Benz-Busse aus dem benachbarten Mannheim zur Pfälzer Automobil-Geschichte zählen – auch jene, mit welchen die Fußball-Weltmeister von 1954 und die Spieler der aktuellen Nationalmannschaft unterwegs sind.
So viel Freude an der Bewegung kommt nicht von ungefähr, denn in der Pfalz und der Rhein-Neckar Region wollte man schon immer schnell vorankommen. Bereits 1817 erfand Karl Friedrich Freiherr von Drais den Vorläufer des Fahrrades. Seine Draisine, die »Fahrmaschine ohne Pferd«, revolutionierte das Verkehrswesen. Bis ihm 1886 Carl Friedrich Benz den Rang ablief. Seine Vision individueller Mobilität verwirklichte er mit einer Patentanmeldung in Mannheim: Das Automobil, Meilenstein in der Mobilitätsgeschichte, war geboren. Und mit Berta Benz saß auch gleich die erste Frau am Steuer. Parallel sorgte man auf der Schiene für Weltmeisterliches: 1931 konstruierte Franz Kruckenberg in der Region mit dem »Schienenzeppelin« den ersten Hochgeschwindigkeitszug, den Urahn schneller und komfortabler Intercity-Verbindungen. Sind die Pfälzer und Kurpfälzer also Mobilitätsweltmeister? Nicht ganz: Beim Mobiltelefon standen wir auf der Leitung.


