Was die Römer mit Pfälzer Wein und Keramik zu tun haben
Das milde Klima der Pfalz wussten schon die Römer zu schätzen. Ihre großzügigen Landsitze, teilweise mit Badetrakten und anderen »Wellness«-Oasen ausgestattet, standen vor allem an den sonnenverwöhnten Südhängen des Haardt-Gebirges. In der auf ein Kastell zurückgehenden Siedlung Speyer – sie hieß damals civitas nemetum - herrschte eher städtisches Leben mit einem Forum und einer imposanten Jupiter-Gigantensäule. Auch Fabrikationsstätten waren in der Pfalz angesiedelt: In Rheinzabern bei Germersheim wurde im Altertum Ton abgebaut und gleich nebenan in einer der größten keramischen Fabrikationsstätten dieser Zeit verarbeitet; etwa eine Million Gefäße entstanden damals jährlich. Im weiter nördlich gelegenen Eisenberg wurde Eisenerz abgebaut, in der Nähe gab es Handwerkszentren mit vielen Werkstätten und Schmelzöfen. Die Pfalz, das zeigen alle Ausgrabungen, war für die Römer ein Siedlungsgebiet nach Maß. Und sie brachten das mit, was sie selbst liebten – allem voran den Weinbau. In Bad Dürkheim-Ungstein und im nahen Wachenheim wurden die Reste bedeutender römischer Weingüter freigelegt, die vieles von der Technik des römischen Weinbaus verraten. Die villa rusticabei Wachenheiman der Weinstraße mit fast 20 verschiedenen Gebäuden hatte eine Gesamtfläche von 75 000 Quadratmetern - so groß ist heute kaum eine Gutsanlage. Allein das zweistöckige Herrenhaus des ehemaligen römischen Weinguts war 104 Meter lang. Hinzu kamen Nebengebäude und ein Kelterhaus mit den gigantisch anmutenden Ausmaßen von 30 mal 15 Meter. Es enthält noch zwei Tretbecken zum Zerstampfen der Trauben und dazwischen ein rund 70 Zentimeter tiefer liegendes Mostsammelbecken. In einem sechs Meter tiefen Keller reifte der Römerwein heran, von dessen Qualität allerdings 1700 Jahre später nichts mehr bekannt ist. Anschauen lässt er sich indes: Im Historischen Museum der Pfalz in Speyer ist ein Glasgefäß mit einer honiggelben Flüssigkeit ausgestellt - die erste Flasche Pfälzer Wein sozusagen.


