Warum selbst Himalaya-Expeditionen in der Pfalz starten
Die meisten Besucher sehen die Felsen im Südwesten der Pfalz ausschließlich als touristische Attraktion. Wie von Riesenhand hingeschleudert ragen die Sandsteinmassive aus dem Grün des Pfälzerwalds. Sagen und Legenden ranken sich um viele der Felsen mit Namen wie Adelsnadel oder Teufelstisch, Jungfernsprung oder Asselstein, die Jahr für Jahr tausende von Gästen in diesen Teil der Pfalz locken. Kletterbegeisterte bewundern indes nicht nur den landschaftlichen Reiz der bizarren Formationen, sondern betrachten sie als eine ungewöhnliche sportliche Herausforderung. Nach Alpen und Elbsandsteingebirge ist die Pfalz das drittgrößte Klettergebiet in Deutschland, das gerne als Trainingscamp für spätere Touren in den Hochalpen oder sogar im Himalaya genutzt wird. Denn das Kletterrevier Pfalz ist ebenso vielseitig wie anspruchsvoll: Im Kletterführer der Region sind bis zu 6000 verschiedene Routen enthalten, die Herausforderungen reichen dabei bis zum höchsten Schwierigkeitsgrad von zehn. Zudem benötigen die Kletterer anders als in anderen Gebieten keine Hilfsmittel, sondern können die Gipfel mit eigener Kraft und Geschicklichkeit erreichen. Die ersten Felsen wurden bereits Ende des 19. Jahrhunderts bestiegen, das sportliche Klettern hat somit eine Tradition von mehr als 100 Jahren. Respekt vor dem Fels und der Natur ist den Pfälzer Kletterern besonders wichtig, und auch zum herausragenden Produkt des Landstrichs, dem Wein, steht die Kletterei nicht im Widerspruch. Durchaus üblich ist es, nach einer schweißtreibenden Tour in der Kletterhütte auf ein Glas Wein einzukehren. Genussklettern heißt diese Pfälzer Kombination von sportlichen und kulinarischen Freuden.


