Warum der Pfälzerwald eine Weinnase hat

Sie kennen die Serengeti, den Yellowstone-Nationalpark oder die Galapagos-Inseln: Sie wussten aber sicher nicht, dass der Pfälzerwald in einem Atemzug mit diesen weltberühmten Naturlandschaften genannt werden muss. Muss er aber, denn das Biosphären-Reservat Pfälzerwald / Nordvogesen gehört zum erlesenen Kreis von weltweit 440 UNESCO-Schutzgebieten. Damit nicht genug. Innerhalb der Europäischen Union bilden Pfälzerwald und Nordvogesen das einzige transnationale Biosphären-Reservat überhaupt. 180.000 Hektar misst das Waldgebiet auf deutscher Seite, einzigartig ist das Netz von 12.000 Kilometer gut markierten Wanderwegen und weit mehr als 100 Hütten, die zumindest am Wochenende, oft auch am Mittwoch zur Einkehr laden. Im größten zusammenhängenden Waldgebiet Deutschlands bleibt trotz vieler Wanderer genug Raum für Waldeinsamkeit. Schwarzspecht und Wildkatze sind hier seit langem heimisch, auch der Luchs ist angeblich längst von den Vogesen her zurückgekehrt. Für spektakuläre Aus- und Ansichten sorgen viele Burgen und Burgruinen sowie bizarre, von Wind und Wetter geformte Buntsandstein-Felsen, um die sich Sagen und Legenden ranken. Und weil dieser riesige Wald ein rechter Pfälzer ist,
hat auch der Wein seinen Anteil am Biosphären-Reservat. 10.000 Hektar Rebfläche liegen im Schutzgebiet. Barriquefässer aus Pfälzer Eichen gewinnen beim Weinausbau immer größere Bedeutung. Und jetzt raten Sie ´mal, welches die wertvollste Baumart im Pfälzerwald ist? Die Traubeneiche, an der sich zwar keine Reben hochranken, die aber für ihre feinen Furnierqualitäten gerühmt wird und sich bestens zur Fass-Herstellung eignet. Das ist fast zu schön, aber dennoch wahr.