Von Kaiser Konrad bis Helmut Kohl

Schon ihr Name verrät, dass in der Pfalz immer wieder Kaiser und Könige Station und große Politik gemacht haben. Der Name ihres Regierungssitzes färbte sogar auf eine ganze Region ab, lässt sich doch »Pfalz« von »Palast« ableiten (nach dem lateinischen »palatium« und althochdeutschen »phalanza«). Vom 11. bis 13. Jahrhundert war die Pfalz Kernland des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, wovon noch heute zahlreiche Burgen zeugen.

Um 1030 legte Kaiser Konrad  II. den Grundstein des Speyerer Doms, des seinerzeit größten Sakralbaus im Abendland. In der noch immer größten romanischen Kirche der Christenheit fanden acht Kaiser und Könige ihre letzte Ruhestätte. Speyer war im Mittelalter auch das mitteleuropäische Zentrum des jüdischen Lebens; darüber hinaus schlug hier die Geburtsstunde des Protestantismus. Nachdem sich nämlich Martin Luther auf dem Wormser Reichstag von 1521 widersetzte, seine 95 Thesen zu widerrufen, und die Reichsacht über ihn verhängt wurde, protestierten auf dem Reichstag zu Speyer 1529 sechs Fürsten und 14 Reichsstädte gegen die Ächtung seiner Schriften und Lehre. Der Religionsstreit besiegelte die Trennung der christlichen Kirche.

Wissenschaft und Kultur blühten schon früh in Heidelberg. Bereits 1386 wurde dort die erste Universität in Deutschland, eine der ältesten Europas, gegründet. Die Sammelleidenschaft der pfälzischen Kurfürsten schuf die »Mutter aller Bibliotheken«: Die »Bibliotheca Palatina«, die wertvolle Handschriften und eine große Masse theologischer, und zwar überwiegend protestantischer Literatur, beherbergte, wurde zu einem von katholischer Seite sehr begehrten Objekt. Im 30-jährigen Krieg kam denn auch der weithin gerühmte Bücherhort von Heidelberg nach Rom und bildet heute einen wichtigen Teil der Vatikanischen Bibliothek.

»Hinauf, hinauf, zum Schloss!« erklang aus 30.000 Kehlen im Mai 1832, als die erste demokratische Massendemonstration in Deutschland für Freiheit, Bürgerrechte und nationale Einheit auf dem Hambacher Schloss bei Neustadt über die Bühne ging. Das Hambacher Fest ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Demokratie in Deutschland und eine Station der Freiheit auf dem Weg nach Europa.

Kulinarische und kirchenbauliche Höhepunkte der Pfalz vereinigte das Besuchsprogramm, mit welchem der langjährige deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl seinen Staatsgästen seine Pfälzer Heimat vorstellte: Vom Speyerer Dom ging es meist zum Saumagen-Essen in den »Deidesheimer Hof« in Deidesheim