Riesling und Pfalz: Wissenswertes über den "König der deutschen Weine"

Der Riesling gehört zu den edelsten Rebsorten der Welt. In der Fachliteratur wird er als ”König der deutschen Weine” beschrieben, die Pfalz ist seit 2008 das größte Riesling-Anbaugebiet der Welt. Die große Tradition des Pfälzer Rieslings ist im Bereich Mittelhaardt-Deutsche-Weinstraße gegründet worden, und die Weine von dort tragen entscheidend zum internationalen Renommee des pfälzischen Weinbaus bei. Aber auch im Bereich Südliche Weinstraße krönen immer mehr Winzer ihr Sortiment mit dieser Rebsorte und erzielen damit qualitativ hervorragende Ergebnisse.

 Nach Ansicht vieler Ampelographen wurde der Riesling aus Wildreben des pfälzischen Auwaldes ausgelesen. Der Riesling ist robust und widerstandsfähig; er hat große, dunkelgrüne, fünflappige, derbe Blätter mit großem Formenreichtum. Seine Trauben mit kleinen, runden, grüngelben Beeren reifen sehr spät. Aufgrund dieses Vegetationsverhaltens wird er nur dort angebaut, wo begünstigte Lagen mit leicht erwärmbaren, durchlässigen und zum Teil steinigen Böden zusammentreffen, wie dies am Haardtrand entlang der Deutschen Weinstraße der Fall ist. Dort bringt der Riesling bei durchschnittlichen und gleichmäßigen Erträgen Trauben, die über feine Fruchtsäuren und Aromastoffe verfügen. Die dickschaligen und vergleichsweise großkernigen Rieslingbeeren sind schlechte Esstrauben, aber hervorragende Weintrauben.
Sortenreine Rieslingweine sind herzhaft fruchtig und bestechen durch eine nervige Säure. Ihr elegantes Bukett erinnert bisweilen an den feinen Duft von Pfirsichen. Die Säure verleiht ihnen Frische und eine überdurchschnittliche Lagerfähigkeit. Auf leichteren Böden zeigen sie mehr Rasse und eine exzellent Frucht; auf schweren Böden werden sie kräftiger, markanter und körperreicher.

 Die große Aufmerksamkeit, die der pfälzische Weinbau dem Riesling widmet, zeigt sich nicht zuletzt bei den Prämierungsergebnissen der rheinland-pfälzischen Landwirtschaftskammer. So war von den mehr als 6000 Pfälzer Weinen, die alljährlich bei diesem Qualitätswettbewerb angestellt werden, jeder vierte ein Riesling. Keine andere Rebsorte erreicht auch nur die Hälfte dieses hohen Anteils. Das belegt nicht zuletzt die Prädestination des Rieslings zur Erzeugung von Spitzenweinen. Auch bei der Herstellung von qualitativ hochstehenden Winzersekten spielt der Riesling als Grundwein in der Pfalz die dominierende Rolle.

 Insgesamt sind in der Pfalz als weltgrößtem Riesling-Gebiet mehr als 23 Prozent der 23.461 Hektar Rebfläche mit Riesling bestockt (5458 Hektar). Die Zahl der Rieslingstöcke nimmt weiter zu und liegt jetzt bei mehr als 20 Millionen. Keine andere Rebsorte hat vergleichbare Zuwachsraten zu verzeichnen. Damit ist der Riesling, der in Deutschland schon seit über 500 Jahren angebaut wird, in der Pfalz die wichtigste Sorte mit weiter exzellenten Zukunftsaussichten.