Die Pfälzer Burgen-Herrlichkeit
Einst legten rund 500 Burgen Zeugnis davon ab, dass die Pfalz im Mittelalter ein Zentrum kaiserlicher und königlicher Macht war. Viele dieser Gemäuer sind noch heute als durchaus ansehnliche Ruinen erhalten, und es ist ein Erlebnis, sie zu erkunden. Die einzige bewohnte Burg in der Pfalz, der Berwartstein bei Dahn aus dem 12 Jahrhundert, war früher ein berüchtigtes Raubritternest. Auf der uneinnehmbaren Felsenburg hauste einst Hans Trapp, der berühmte Marschall und Heerführer der kurpfälzischen Streitkräfte. Seine Raubzüge, insbesondere gegen die Mönche von Weißenburg, sind legendär. Auf dem herrschaftlichen Trifels bei Annweiler wurden im 12. und 13. Jahrhundert die Reichskleinodien aufbewahrt. 1193/94 hielt man dort sogar den englischen König Richard Löwenherz gefangen.
Zu den größten Burganlagen im deutschsprachigen Raum gehören Burg Lichtenberg bei Kusel und die Hardenburg bei Bad Dürkheim. Burg Lichtenberg kann eine Länge von 425 Metern vorweisen und wurde nie erobert oder mit Gewalt zerstört. Heute beherbergen ihre Mauern drei Museen, eine Jugendherberge und ein Burgrestaurant. Im Zeitalter der Renaissance wurde die Hardenburg zu einem festungsähnlichen Schloss mit Lustgarten ausgebaut und gehörte damals zu den bedeutendsten Anlagen dieser Art in Deutschland.
Das Hambacher Schloss bei Neustadt an der Weinstraße ging 1832 in die Geschichte ein: 30.000 Menschen, darunter auch Freiheitskämpfer aus Frankreich und Polen, zogen mit schwarz-rot-goldenen Fahnen den Burgberg hinauf und demonstrierten für Freiheit, Bürgerrechte und nationale Einheit. Seitdem gilt das Hambacher Schloss als Wiege der deutschen Demokratie.
Bei soviel Burgenherrlichkeit musste natürlich auch der Untergang des deutschen Rittertums auf einer Pfälzer Bühne spielen: Franz von Sickingen, Herr der Burg Nanstein bei Landstuhl, spielte dabei die Hauptrolle. Er hatte lange für sein Ideal eines starken deutschen Reichs mit den Rittern als Herrschern gestritten und sich damit – und durch seine Raubzüge – viele Feinde gemacht. 1523 wurde seine Burg über einem Felssporn belagert, von Sickingen starb bei den Kämpfen. Geblieben sind ein Rest der Burg – und viele spannende Geschichten.


