Herbstlicher Genuss: Kastanienlikör

Ausgedehnte Kastanienbaumbestände prägen am Haardtrand den Übergang der Weinlandschaft zum Pfälzerwald. Wie die Weinreben brauchen auch die Kastanienbäume zum Ausreifen der Früchte einen warmen Herbst. So gedeihen beide vermutlich seit Römerzeiten in der Pfalz. Die Edelkastanie, vermutlich bereits seit Römerzeiten in der Pfalz heimisch, bereichert nicht nur im Herbst die saisonale Küche, sondern ist auch die Grundlage einer flüssigen Pfälzer Spezialität, des Pfälzer Kastanienlikörs. Mehrere Wochen benötigt der Alkohol, um den Kastanien ihre Inhaltsstoffe zu entziehen. Damit erhält der Likör einen nussigen, reifen, erdigen, an Waldboden erinnernden Geschmack. Da die Kastanien wenig eigene Süße haben, entspricht die hohe Zuckerzugabe in etwa der zugesetzten Menge Alkohol. Der gewünschte Alkoholgehalt von nicht mehr als 25 % vol. wird durch die Zugabe von Wasser reguliert. Wer weniger süße Spirituosen bevorzugt, wird zum Kastaniengeist greifen. Der Likör wird nach der Destillation nur wenig gesüßt und reift im Holzfass. Holzfasslagerung und Kastanien geben den Produkten ihre typische gelb-braune Farbe. Am besten schmecken Kastanienlikör und Kastaniengeist in der kühleren Jahreszeit, beispielsweise zum Dessert.