Die Deutsche Weinstraße

Malerisches Freinsheim
Besser als im Cabrio können Besucher die Pfalz nicht erfahren. Der Fahrtwind verströmt den intensiven Duft feuchten Kastanienlaubs, die Weinberge strahlen in allen nur erdenklichen Tönen von rot und gelb. Dazwischen malerische, beschauliche Orte, deren Namen an einen gut sortierten Weinkeller denken lassen: Ungstein, Kallstadt, Leistadt. Und immer wieder herrliche Ausblicke, wenn der zarte Morgendunst sich lichtet und kräftigen Frühherbstfarben Platz macht. Wer in Bockenheim am Haus der Deutschen Weinstraße startet, dem ist ein Abstecher ins malerische Freinsheim zu empfehlen. Das pfälzische Rothenburg mit seinen barocken Häusern und der mittelalterlichen Stadtmauer ist der rechte Ort, um zu rasten und einen kleinen Spaziergang zu unternehmen.

Forst im Schritttempo
85 Kilometer sind ja eigentlich ein Katzensprung, aber wer bei entspanntem Tempo in einem Tag Schweigen an der französischen Grenze erreichen will, muss sich dennoch sputen – und einiges links liegen lassen: Bad Dürkheim mit seinem Riesenfass, dem Kurpark, der Klosterruine Limburg (um nur einige der schönsten Orte zu nennen) oder die römische »villa rustica« in Wachenheim. In Forst empfiehlt es sich, die Umgehungsstraße zu umgehen und dafür im Schritttempo durch das Örtchen zu fahren. Besitzer von Modelleisenbahnen werden hier mühelos fündig: Fachwerk, Feigenbüsche, Brunnen, Pflastersträßchen... es ist alles da, was eine perfekte Idylle ausmacht.

Neustadts Villen
Weiter über Deidesheim (mit dem sehenswerten Rathaus und dem berühmten »Deidesheimer Hof«) und Neustadt, den geographischen und kulturellen Mittelpunkt der Weinstraße. Hier prägen vor allem traumhafte Villen, entstanden im historischen Stil um die Jahrhundertwende, das Ortsbild, im Zentrum rund um den hübschen Marktplatz schmiegt sich Fachwerkhaus an Fachwerkhaus.

Hier wächst einfach alles.
Wer bei Pfalz nur an Wein denkt, wird entlang der Deutschen Weinstraße eines Besseren belehrt. Mandeln, Feigen, Kiwis, Zitronen und vor allem jede Menge Ess-Kastanien gibt es hier. Für Leinsweiler sei ein »Geheimtipp« verraten. Im Ort auf dem kleinen Parkplatz beim Brunnen das Auto abstellen, dann die steile Straße zum Slevogthof nach oben, wo der Wanderweg zur Burg Trifels beginnt. Hier hängt der Himmel voller Edelkastanien. Nach dem ersten Herbststurm werden sie aufgelesen und tütenweise aus dem Wald getragen.

Auf der Zielgeraden nach Frankreich
Über Klingenmünster mit der Burg Landeck, Bad Bergzabern – mit einer sehenswerten Innenstadt und einem großen Kurpark – schlängelt sich die Weinstraße der französischen Grenze entgegen. Die Landschaft erinnert mit den sanften Hügeln an südliche Traumidyllen, die Speisekarte verrät die Nachbarschaft zu Frankreich: Flammkuchen, Gockel mit Weinsoße etc. Das riesige Weintor in Schweigen markiert den Endpunkt dieser Tour- eine Tour der ganz besonderen Art-.