Hauptweinlese hat begonnen

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Bereits Mitte September und damit einige Tage früher als prognostiziert hat in der Pfalz die Weinlese mit der Ernte frühreifender weißer Sorten begonnen. Geeerntet werden vor allem die Sorten Müller-Thurgau und Portugieser. Ursächlich für den vorgezogenen Erntebeginn waren die Niederschläge in der zweiten August- und ersten Septemberhälfte. Der Regen ließ die Beeren stark anschwellen und die dünne Haut drohte einreißen. Bei spät reifenden Sorten wie Riesling sind die Trauben noch sehr gesund, für die Weine scheinen nach derzeitigem Stand noch alle Qualitätsoptionen möglich. Was die Erntemenge angeht, sind die Fachleute aber inzwischen der Ansicht, dass vermutlich weniger als zwei Millionen Hektoliter Weinmost zu erwarten sind. Im Durchschnitt wereden in der Pfalz 2,4 Millionen Hektoliter Wein geerntet. Zum Leseauftakt Mitte September hatte das DLR Rheinpfalz bereits respektable Mostgewichte ermittelt, beispielsweise 77° Oechsle beim Müller-Thurgau und 67° beim Portugieser. Auch wenn die Öchslegrade Mitte September unter denen des Vorjahres lagen, so hatten doch alle Sorten bereits Werte im (gehobenen) Qualitätsweinbereich erreicht. Das ruhige Herbstwetter sollte zu einer weiteren Reife beitragen.

Federweißerlese hat am 18. August 2010 begonnen

Ein mengenmäßig großer Weinjahrgang wird 2010 auf keinen Fall, doch die Chancen auf eine herausragende Qualität stehen bestens. »Wenn wir jetzt viele sonnige Spätsommertage bekommen, dann wird das wieder ein guter bis sehr guter Jahrgang«, freut sich der stellvertretende Vorsitzende der Pfalzwein-Werbung, Weinbaupräsident Edwin Schrank, bei der traditionellen Weinlese-Eröffnung der Pfalz in der Winzergenossenschaft Weinbiet in Neustadt-Mußbach. Die Trauben sind kerngesund und auch ausreichend mit Wasser versorgt. Schrank spricht deshalb wie Jürgen Oberhofer vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinpfalz von einem »normalen Jahr«. Allerdings wird die Erntemenge weit unter dem langjährigen Mittel von 2,4 Millionen Hektoliter liegen. Die Experten rechnen mit einem Minus von weit mehr als zehn Prozent, das ergäbe für die Pfalz knapp zwei Millionen Hektoliter. Mehr als 4000 Hektar Weinberge wurden durch Hagel teilweise vollständig zerstört, eine Kältephase während der Blüte sowie Windbruch haben die Erträge weiter reduziert. Gerade Dornfelder hat durch Windbruch sehr gelitten, so dass sich Schrank schon jetzt sicher ist: »Der Dornfelder wird dieses Jahr knapp werden.« Das Gros der Weine, darin sind sich Oberhofer und Schrank einig, werde von Frucht und Mineralität und einem eher mittleren Alkoholgehalt geprägt sein.       
 Die niedrigen Erträge haben indes auch eine positive Seite: Trotz des durchwachsenen Sommers sind die Mostgewichte in etwa so hoch wie im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Anfang der Woche wurden bei den ersten Reifemessungen 52 Grad beim Dornfelder, 53 Grad beim Müller-Thurgau sowie 57 Grad beim Regent ermittelt. Die Experten führen das vergleichsweise hohe Mostgewicht auf den extrem sonnigen Juli und die lockere Traubenstruktur zurück.
 Dabei hatte die Vegetationsphase nach einem langen und strengen Winter eine Woche später als im Vorjahr eingesetzt. Den Austrieb der Rebsorte Riesling notierte das DLR Rheinpfalz am 22. April, einen Tag vor dem langjährigen Mittel. Nach einem durchwachsenen Witterungsverlauf in den Folgemonaten kam auch die Rebblüte deutlich später als 2009. In Neustadt begann die Rieslingblüte am 13. Juni und lag damit, wie der Austrieb, nur einen Tag früher als im langjährigen Mittel. Im Vergleich zum Vorjahr (Rieslingblüte am 1. Juni), aber auch im Vergleich zu den Jahrgängen 2000, 2003 und 2007 war dies ein recht später Termin. Mit der Blüte setzte eine kurze Kälteperiode mit niedrigen Nachttemperaturen ein, so dass insbesondere beim Riesling deutlich weniger Blüten als üblich befruchtet wurden.
 Diese »Verrieselungsschäden« sind e i n Grund für die geringere Mengenerwartung. Vor allem aber haben zwei schwere Unwetter die Pfälzer Winzer hart getroffen und auf 17 % der pfälzischen Rebfläche erhebliche Schäden angerichtet. Am 9. Juni wurden südlich von Landau rund 2.500 Hektar Weinberge verwüstet, davon 1.600 Hektar mit einer Schadensintensität von mehr als 70%. Am Tag darauf verursachte ein Unwetter mit Hagel bei Grünstadt Schäden auf rund 1.600 Hektar, auf 800 Hektar lag die Schadensquote über 70%.

 Mitte August präsentieren sich die Weinberge in einem vitalen Grün und mit einem gesunden, jedoch überschaubaren Behang. Da der Entwicklungsstand der Reben in etwa dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre entspricht, sollte die reguläre Lese kaum später als in den Vorjahren, voraussichtlich in der zweiten Septemberhälfte, beginnen und weit in den Oktober hinein anhalten – bei einem schönen Altweiber-Sommer mit guten Aussichten auf eine erneut überdurchschnittliche Weinqualität.

Bei der Winzergenossenschaft Weinbiet hat am 18. August 2010 der Beginn der Weinlese begonnen. Es wurde die Rebsorte Solaris mit 72 Grad Oechsle gelesen.

 

 

 

 

 

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