Pfalztipps der Woche
Weininstitut zeichnet Wilhelmshof für besten deutschen Spätburgunder aus
1.9.2010 –thk- Das Deutsche Weininstitut hat den 2007er Spätburgunder „Wilhelm“ vom Weingut Wilhelmshof in Siebeldingen als besten deutschen Spätburgunder ausgezeichnet. Eine Jury aus Weinexperten und Medienvertetern kürte diesen und zwei weitere Siegerweine aus den Spätburgundern mit den besten Bewertungen bei der DLG-Weinprämierung. Weiterlesen
Stauferweine auf dem Weg zum Südpol
Gemeinsam mit dem Landauer Oberbürgermeister Hans-Dieter Schlimmer und dem Präsidenten der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, Professor Hans-Jürgen Seimetz, hat die Pfälzische Weinkönigin Gabi Klein in Landau die Weinauswahl für die so genannte Südpolkiste präsentiert und die Weine auf den langen Weg zur Südhalbkugel geschickt. Weiterlesen
Machen Sie mit beim Pfalz-Rätsel des 1.FFC Niederkirchen
Der pfälzische Ort Niederkirchen ist durch den Gewinn des Doubles „Deutscher Meister” und „Supercupgewinner” 1993 bundesweit bekannt geworden und hat somit eine herausragende Stellung im Frauenfußball in der Metropolregion Rhein- Neckar. Weiterlesen
»Feinschmecker« empfiehlt Pfälzer Restaurants
Hohe Auszeichnung für drei Spitzen-Restaurants der Pfalz: Sie haben es in verschiedenen Kategorien unter die Top Ten der besten Restaurants Deutschlands geschafft, ausgewählt von der Zeitschrift »Der Feinschmecker«: Das Restaurant »Zur Krone« in Herxheim/Hayna in der Südpfalz wird in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift als drittbeste Landküche in Deutschland geführt, auf Platz 8 in dieser Kategorie steht das Restaurant »Freundstück« in Deidesheim Weiterlesen
Pfälzer VDP-Güter in Berliner Galerien
Auch die Pfälzer Mitglieder der VDP Prädikatsweingüter sind beim sinnlichen Dialog zwischen Kunst und Wein am 5. September in Berlin mit von der Partie: Bei der Aktion zum hundertsten Geburtstag der Vereinigung der Prädikatsweingüter werden in 70 der interessantesten Galerien Berlins rund 200 Prädikatsweingüter vertreten sein, die Besucher können etwa 1000 Weine kosten. Weiterlesen
Aktuelles Wetter
Klar
Temperatur: 14 °C
Feuchtigkeit: 94 %
Wind: S mit 6 km/h
Eine frostige Rarität mit der Süße des Sommers
Eiswein kannten schon die Römer / Manche alten
Jahrgänge kosten mehrere hundert Euro
Den Anfang machten, wie so oft, die Römer. Sie ließen in Alpentälern etwa in Tirol einfach Weinfässer einfrieren. Das zu Eis gewordene Wasser blieb im Fass, das Konzentrat aus Extraktstoffen konnte abgefüllt und später getrunken werden - der Eiswein war geboren. Eine Rarität war dieses winterliche Naturprodukt schon damals, und daran hat sich in den vergangenen 2000 Jahren nichts geändert.
Wann sich in Deutschland erstmals Winzer die Naturgesetze zunutze machten, um die begehrten Aroma- und Inhaltsstoffe der Trauben zu konzentrieren, steht dahin. Dem Vernehmen nach kamen fränkische Winzer Ende des 18. Jahrhunderts auf die Idee, gefrorene Trauben zu keltern - sei es aus Neugier oder weil ein Katastrophenjahr mit frühem Wintereinbruch dazu zwang. Doch noch vor hundert Jahren waren Eisweine eine große Seltenheit. Erst in den zwanziger und dreißiger Jahren dieses Jahrhunderts, berichtet Fritz Schumann, ehemaliger stellvertretender Direktor der Staatlichen Lehr- und Forschungsanstalt in Neustadt-Mußbach, wurde vermehrt Eiswein hergestellt.
Den exquisiten Stoff, der als Grenzgänger der Jahreszeiten aus klirrender Kälte kommt (gelesen werden darf erst bei mindestens sieben Grad minus und die Trauben müssen in noch gefrorenem Zustand gekeltert werden) und doch die Süße des Sommers in sich trägt, wird es nie in großer Stückzahl an. Schließlich bringt ein Hektar Rebfläche normalerweise 10.000 Flaschen, beim Eiswein sind es nur 1000 bis höchstens 2000 Flaschen. Die freiwillige Mengenreduktion hat natürlich ihren Preis: Ein Eiswein unter 15 bis 20 Euro je Halbliterflasche ist kaum zu bekommen, begehrte Weine kosten manchmal dreistellige Summen - und werden nach einigen Jahrzehnten als gesuchte Raritäten nicht selten für mehrere Hundert Euro gehandelt. Wenn alles gut geht, kann sich der Wagemut des Winzers also auch bezahlt machen. Inzwischen gibt es in der Pfalz viele Winzer und Genossenschaften, die das Spiel mit der Natur wagen und die Trauben zumindest auf einer kleinen Rebfläche nicht zur üblichen Zeit ernten.
Das ist indes mit einem gewissen Risiko verbunden. Der Stiel kann faulen, so dass die Trauben zu Boden fallen und verderben, Stare und andere Vögel können den ungewohnten Leckerbissen in den Weinbergen entdecken und ernten oder - auch das kann in einem klimatisch begünstigten Gebiet wie der Region an der Deutschen Weinstraße vorkommen - die Tage oder Nächte mit tiefem Frost bleiben einfach aus. Eiswein-Spezialist Winfried Frey aus Essingen in der Pfalz erinnert sich noch an die mitleidvollen Blicke mancher Kollegen, als er vor mehr als dreißig Jahren erstmals auf einen guten Eiswein spekulierte: «Die meisten haben gemeint, der Frey lässt seine Trauben hängen.”
Die Lese bei klirrender Kälte (sie beginnt meist morgens vor Sonnenaufgang, damit nicht der natürliche Temperaturanstieg alles zunichte macht) ist nichts für verwöhnte Naturen; das Keltern der tiefgefrorenen Trauben Schwerstarbeit für die Pressen, die dabei manchmal sogar kaputtgehen. Die Winzerkunst besteht vor allem darin, die wenigen Dutzend Liter meist klaren, goldfarbenen Traubensafts, die aus der Kelter fließen, zu Wein werden zu lassen. Denn 120 Grad Oechsle sind gesetzlich für einen Eiswein vorgeschrieben, meist bringen die Köstlichkeiten aus der Kälte weit mehr Mostgewicht - und damit natürliche Süße - auf die Waage.
Der hohe natürliche Zuckergehalt steht indes einer schnellen Gärung, die der Winzer anstrebt, im Weg. «Warm stellen und Hefe dazu”, lautet das Rezept der Winzer. Frey erinnert sich noch an den Eiswein von 1985 mit 230 Grad Oechsle. Das Faß habe er im Sommer immer in die Sonne gestellt. «Doch es hat fast ein dreiviertel Jahr gedauert, bis sich genug Alkohol gebildet hatte.”
Die wuchtige Süße der Eisweine, gepaart mit stattlicher fruchtiger Säure, sorgt indes gemeinhin für Missverständnisse: Solcher Wein müsse doch unheimlich schwer und alkoholreich sein, meinen viele. Dabei ist der Alkoholgehalt von Eiswein - verglichen etwa mit dem von Spätlesen oder trockenen Qualitätsweinen - gering. Sieben bis höchstens zehn Prozent Alkohol tragen die Raritäten in sich, doch an aromatischer Fülle und edler Süße lassen sie sich kaum überbieten.



