Bereichsbild

Warenkorb[]

Es sind keine Produkte im Warenkorb.

0 ArtikelGesamt

Pfalztipps der Woche

Biffars Geißbockpralinen - mit Milch von der Geiß

Pünktlich zur Ernennung Deidesheims zur Cittàslow gibt es von BIFFAR eine leckere Neuheit mit traditions-reichem Bezug: Geißbock-Pralinen mit Milch von der Geiß. Feine Trüffelpralinen aus exklusiven Zutaten werden von Hand in eine Form mit lustigem Geißbockkonterfei gegossen.
  Weiterlesen

Jörg Glauben überzeugt Feinschmecker-Jury

Die Jury des Restaurant-Führers »Gault Millau« hat Jörg Glauben, Küchenchef des Restaurants »Tschifflik« in Zweibrücken, zum »Aufsteiger des Jahres« gekürt. Glauben erhielt eine ähnlich hohe Punktzahl wie die beiden Pfälzer Spitzenköche Karl-Emil Kuntz von der »Krone« in Herxheim-Hayna und Stefan Neugebauer vom »Schwarzen Hahn« in Deidesheim. Weiterlesen

Winzer suchen

Ein Stück vom Pfälzer Paradies: Feigen

Nichts gegen die Äpfel, die gängiger Überlieferung zufolge nicht weit vom Baum der Erkenntnis fallen. Aber die wahren Paradiesfrüchte sind doch die Feigen. Nach Moses pflückten Adam und Eva Feigenblätter und »flochten sich daraus Schürzen, um ihre Blößen zu verdecken«. Damit ist man schon in der Pfalz: Denn genau hier, im sonnigen Südwesten der Republik, wachsen so viele Feigenbäume wie sonst nirgendwo in Deutschland. Wenn also das Paradies in Deutschland lag (und wer zweifelt daran), dann kann es nur in der Pfalz gewesen sein (woran noch weniger zu zweifeln ist, oder?).

Zuwanderer aus Römerzeiten
Die Pfalz ist nicht erst seit gestern ein Feigenparadies. Beispielsweise wurden in Latrinen aus der Römerzeit Feigenkerne gefunden, und nur Skeptiker sehen darin die Überbleibsel getrockneter, importierter Früchte. Mit dem Wein bilden Feigen eine durchaus harmonische Kombination: Beide zählen seit alters her zu den edelsten Gewächsen und haben ähnliche Ansprüche an Standort und Klima. Sie lieben Sonne und Wärme, Niederschläge von 500 bis 600 Millimeter pro Jahr reichen aus. Auch leichten Frost ertragen sie, nur Temperaturen unter minus zehn Grad machen ihnen zu schaffen.

50.000 Feigensträucher
Wie viele der Pflanzen in der Pfalz stehen, weiß niemand genau. Schätzungen von 50.000 scheinen realistisch, denn überall zwischen Speyer und Neustadt, zwischen Bad Bergzabern und Frankenthal trifft man in Vorgärten oder Innenhöfen auf die südländische Pflanze mit den typischen, gelappten Blättern. Während die Feigenbäume am Mittelmeer bis zu zehn Meter hoch werden, nehmen sie in der Pfalz meist die Form eines drei bis sechs Meter hohen Strauchs mit einem kurzen, dicken Stamm an. Die etwa 80 Gramm schweren Früchte werden im Juli und August reif, in guten Jahren wie etwa 1999 ist sogar eine zweite Ernte im Spätherbst möglich. Hundert bis zweihundert Früchte trägt ein ausgewachsener Baum, die Pfälzer Ernte insgesamt kann daher auf mindestens 80.000 Kilo geschätzt werden.

Feigen müssen frisch verarbeitet werden
Ein gewerbsmäßiger Anbau in Pfälzer Gefilden wäre indes etwas für besonders Mutige - und ist vermutlich deshalb bisher unterblieben. Denn erstens verderben die Früchte rasch, sie müssen sofort frisch verarbeitet werden. Zweitens reifen nicht alle Feigen an einem Baum gleichzeitig, sondern hintereinander. Das mag denjenigen freuen, der einen oder zwei Sträucher im Garten hat und sich während der Saison jeden Morgen vier oder fünf frische Früchte pflücken kann. Eine Vermarktung im großen Stil aber setzte angesichts dieser Eigenarten der Pflanze einen Anbau auf großen Flächen voraus.

Von der Feigenkonfitüre bis zum Feigenlikör
Die kulinarischen Qualitäten des Zuwanderers aus dem Süden sind indes in der Pfalz schon lange bekannt. Findige Konditoren haben Feigenkonfitüre, Feigenpralinen oder sogar eine Feigentorte im Angebot. Winzer verwöhnen ihre Kunden mit einer selbstgemachten Spezialität: Feigen aus ihrem Garten, eingelegt in Wein. Obstgüter und Brennereien verarbeiten die Früchte zu Feigenlikör. Und natürlich nutzen auch die Köche das Geschenk des milden Klimas. Selbst wer glaubt, zum Schinken passe am besten Melone, hat die Rechnung ohne die Feige gemacht: Sie wurde nämlich erst in jüngster Zeit von der Melone verdrängt und war früher der natürliche Begleiter zum Schinken. So findet sich in alten Pfälzer Büchern beispielsweise eine Rezeptur, eine Quiche mit Schinken und Feigen herzustellen.

Feigengasse in Deidesheim
Dass eine gelungene Integration einer Fremd-Pflanze auch leidvolle Seiten hat, bekommen die Feigen mindestens einmal im Jahr zu spüren, wenn die Mandelbäume mit ihren zartrosa Blüten den Feigen regelmäßig die Schau stehlen. Die haben in diesem Wettbewerb mit ihren innen an den Blattachseln sitzenden Blüten keine Chance. Da ist es nur konsequent, dass das feierfreudige Pfälzer Völkchen sich zwar schon ein Mandelblüten-, aber noch kein Feigenfest hat einfallen lassen. Und die berühmteste Feigenbaum-Allee der Pfalz in Deidesheim heißt noch immer Deichelgasse, nur der Volksmund hat es auf den Punkt gebracht: Die Straße, die ein früherer Bürgermeister Anfang des Jahrhunderts mit Feigenbäumen bepflanzen ließ, heißt bei den Einheimischen schlicht Feigengasse. Womit wir wieder beim Paradies wären. Denn welchen Namen trägt die berühmteste Lage des malerischen Örtchens? Genau: Paradiesgarten. Sogar eine Eva gibt es dort.