Auslese, die:

Als Auslese wird in Deutschland und Österreich eine Prädikatsweinstufe bezeichnet, die nur in sehr guten Jahren aus vollreifem, oftmals „edelfaulem“ und ausgesuchtem Traubengut gewonnen wird. Nach Kabinett und Spätlese ist die Auslese die dritte Stufe des deutschen Prädikatssystems. Als Auslese bezeichnet man sowohl den Reifegrad der Trauben und ihren Zuckergehalt zum Zeitpunkt der Lese, als auch den daraus gewonnen Wein. Auslesen eignen sich als Spitzenweine für eine lange Lagerung, und sie gewinnen mit jedem Reifungsjahr an Geschmacksausdruck. Die Weine fallen meist edelsüß aus und bestechen durch ein körperreiches beziehungsweise nachhaltiges Geschmacksbild. An eine Auslese werden strenge gesetzliche Anforderungen gestellt. So muss das Mostgewicht mit Ausnahme der Rebsorte Riesling mindestens 100° Oechsle betragen und in einigen Bundesländern müssen beispielweise die Trauben mit Edelfäulebefall selektiv mit der Hand gelesen und unreife Beeren aussortiert werden. Beerenauslesen oder Trockenbeerenauslesen müssen dagegen immer von Hand geerntet werden. Außerdem muss bei diesen Auslesen das Einschrumpfen der von der Edelfäule (= Botrytis cinerea) befallenen Beeren abgewartet werden. Auslesen können nicht in jedem Jahrgang gelesen werden. Die Qualität des für Auslesen geeigneten Lesegutes ist stark witterungsabhängig und steht nur in beschränkter Menge zur Verfügung. Außerdem ist das Einbringen bei der Handlese mühevoll und das Hängenlassen der Trauben mit einem hohem wirtschaftlichen Risiko verbunden. Auslesen sind daher im gehobenen Preissegment zu finden. Auslesen stellen ein Konzentrat der begehrtesten Geruchs- und Geschmackstoffe eines reifen Weines dar. Sie sind leichtsüß bis honigsüß und hinterlassen beim Schwenken des Glases sogenannte Kirchenfenster oder Schlieren. Es sind edle Gewächse für besondere Anlässe und Gelegenheiten. Man sollte sie am besten in kleinen Gläsern bei festlichen Anlässen zum Beispiel als Aperitif oder zum Nachtisch genießen. Julia Becker Pfälzische Weinkönigin